Mellifera e.V. - Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung, Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle
Bienen am Flugloch

Wildbienen & Hummeln

Blattschneider ohne Schere
Morsches Holz oder Königskerze - beides nimmt die Blattschneiderbiene gerne zum Nestbau. Wie es nach dem Nestbau weitergeht und wie die Blattschneiderbiene lebt, berichtet Dr. Eberhard Müller:

Als Nistgelegenheit kann man diesen Wildbienen markhaltige, getrocknete Stängel von dickstängeligen Königskerzen (Verbascum densiflorum) oder Disteln anbieten. Die im Winter getrockneten Stängelabschnitte werden im Frühjahr senkrecht oder leicht schräg an einen Pfosten oder Gartenzaun gebunden. Die Biene bohrt sich ein Loch in den Markkanal, wo sie ihre Polsterarbeiten gerne mit Blattstücken der gemeinen Heckenrose beginnt. Als weiteres Baumaterial für den Nestbau dienen Blütenblätter, Pflanzenhaare, Harz, Sand und Lehm. Außer in markhaltigen Stängeln fühlt sich die Blattschneiderbiene auch in morschem Holz wohl, weshalb Todholz durchaus einen Platz im "gepflegten" Garten haben soll.

Das Blattschneiderbienen-Weibchen polstert das Nest für ihre Eiablage mit Blättern aus. Wenn in einem ausgefressenen Hohlraum eines markhaltigen Stängels die erste Einzelzelle mit Blattstücken ausgekleidet ist, dann trägt das Bienenweibchen Pollen für die hungrigen Maden ins Nest. Auf den Nahrungsvorrat wird ein Ei abgelegt. An den Folgetagen werden jeweils weitere Brutzellen im selben Markgang angelegt. Die letzten Etagen werden in der Regel mit Eiern belegt, aus denen sich Blattschneidermännchen entwickeln. Ihre Entwicklungszeit ist etwas kürzer, so dass die Männchen früher schlüpfen.


Den Männchen der Blattschneiderbiene fehlen die rostbraunen Bauchbürsten, mit denen die Weibchen den Pollen sammeln. Die "Höschen" wie an den Beinen der Honigbienen kennen sie nicht.

Zur artgenauen Bestimmung von Wildbienen müssen wir außer auf Größe, Form und Farbe, auch auf den Blütenbesuch, die Nistweise und die Flugzeit achten. Die Blattschneidermännchen fliegen bereits Anfang Juni, während die Weibchen erst Mitte Juni zu finden sind. Sind die Witterungsbedingungen ausreichend, so sind Bienen der zweiten Generation Mitte August anzutreffen. Den Winter überdauert diese Art als Ruhelarve im Kokon.

 

 

 

Futtervorratfressende Bienenlarve in einer Brutzelle

1 - rundliche Blattteile

2 - längliche Blattteile (seitlich)

3 - Blattschneiderbienenlarve

4 - Vorratspollen

5 - Königskerzenstängel


 

Für diesmal muss ich schon abschließen, doch seien noch viele spannende Kapitel angekündigt: Zum Beispiel die Geschichte mit den Kuckucksbienen oder die der Bienenwölfe oder Diebskäfer.

Vielfalt erleben - eine Initiative gegen Gentechnik

Aktuell

Thomas Radetzki erhält "Apisticus" für besondere Verdienste um die deutsche Imkerei


weitere Details

» Nachrichtenübersicht

Veranstaltungstipp

Seminar: Wege zu einer wesensgemäßen Bienenhaltung
Sa 18.02. 13:00 Uhr - Do 23.02.2012 14:00 Uhr, Imkerei Fischermühle, 72348 Rosenfeld

» Veranstaltungskalender

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter, um aktuelle Neuigkeiten über unsere Arbeit zu erfahren:
Newsletter-Abo

»Biene Mensch Natur«

Unsere Zeitung informiert zwei Mal jährlich über unsere Arbeit und aktuelle Bienenthemen.
weitere Details

Die Bienenkiste: selbst Bienen halten - ganz einfach!