Die Mellifera Einraumbeute

 Erste Schritte

Vorbereitung der Beute, Besiedlung mit einem Bienenschwarm, Füttern in den ersten Wochen und Arbeiten mit dem Trennschied.

Vorbereitung der Beute und Einsetzen der Schwärme

Achten Sie darauf, dass die Beute waagerecht steht. Üblicherweise wird von den drei Fluglöchern das von den Lüftungsöffnungen am weitesten entfernte Flugloch verwendet – das also näher an der geschlossenen Beutenseite liegt.

Öffnen Sie also das seitliche Flugloch (an der Seite, wo keine Lüftungsöffnungen sind). Für einen 1,5 bis 2 kg schweren Schwarm sollten am Anfang nur fünf bis sechs Rähmchen gegeben werden. Ist er schwerer, können es mehr Rähmchen sein. Die maximal sinnvolle Anzahl liegt auch bei sehr großen Schwärmen bei ca. acht Rähmchen. Das Trennschied wird so in die Beute gesetzt, dass die vorgesehenen Rähmchen bequem dazwischen passen.

Der Schwarm wird am besten am Abend nach einem Tag Kellerruhe eingeschlagen. Er kommt dann in der Nacht zur Ruhe und zieht in der Regel nicht mehr aus. Stopfen Sie übergangsweise das Flugloch mit einem Grasbüschel zu. Der Schwarm wird zwischen Beutenwand und Schiedelement geschlagen und die Rähmchen anschließend eingesetzt. Wenn ein schwerer Schwarm als dicken Haufen auf dem Boden liegt, sinken die Rähmchen von selbst in die Bienenmasse hinein. Diese Arbeit geht ruhiger vonstatten, wenn man die Schwarmtraube vor dem Hineinstoßen mit etwas Wasser besprüht und anschließend noch mal auf die Bienen im Beutenboden sprüht.

Da die Bienentraube ins Dunkle strebt, ist es sinnvoll, zunächst einmal nur den Bereich des Bienensitzes abzudecken. Sorgen Sie mithilfe des Schiedelements dafür, dass es zu den Beutenwänden keinen Spalt mehr gibt und legen Sie das Wachstuch zurückgeschlagen auf die Rähmchen und die Weichfaserplatte quer darauf, so dass nur der Bereich mit den Rähmchen geschlossen ist, in den restlichen Raum aber noch Licht fällt. Durch den unteren Spalt des Trennschieds fällt noch etwas Licht. Er wird von den Bienen wie ein Flugloch und der Rest der Beute wird als “außen” wahrgenommen. Die Bienen werden sich rasch ins Dunkle zurückziehen. So bald der leere Raum einigermaßen bienenfrei ist, öffnen Sie das Flugloch und decken die Beute normal ab und schließen sie. Kontrollieren Sie am nächsten Tag noch einmal, dass der Raum außerhalb des Trennschieds weiterhin bienenfrei ist.

Tipp: Vorsicht ist beim Hantieren mit den frischen Waben geboten, wenn man es nicht gewohnt ist, mit Naturbau zu arbeiten. Am Anfang sind sie sehr zart und können abreißen, wenn die Rähmchen nicht senkrecht gehalten werden. Wenn die Waben bebrütet und am Rand bzw. an der Stabilisierung angebaut sind, werden die Waben stabil. Später ist der Unterschied zur Handhabung konventioneller Waben nur gering.

Der Umgang mit den Pilzkopfnägeln als Abstandshalter ist etwas gewöhnungsbedürftig. Bei den noch ganz leichten Rähmchen am Anfang ist darauf zu achten, dass sie wirklich auch senkrecht hängen, wenn man sie verschiebt oder zusammenrückt.

Erweitern

Erst wenn ein größerer Teil der Waben weitgehend heruntergebaut sind, wird erweitert, und zwar mit einem oder zwei Leerrähmchen am Rand zum Schiedelement. Ziel soll sein, dass am Ende der Saison die Waben, auf denen das Volk sitzt, möglichst bis ganz nach unten heruntergebaut sind. Dann hat das Volk im Winter einen guten Zehrweg. Außerdem wird der Rest des Rähmchens im folgenden Frühjahr andernfalls mit Drohnenbrut ausgebaut. Für spätere Betreuungsmaßnahmen ist es aber vorteilhafter, wenn Waben entweder überwiegend Arbeiterinnenbau oder Drohnenbau enthalten.

Durch die große Brutfläche auf den großen Waben kann es leicht passieren, dass das Volk plötzlich sehr stark wächst. Man sollte die Entwicklungsdynamik der Schwärme nicht unterschätzen und mit der Erweiterung also am Ball bleiben. Es ist schnell passiert, dass ein Vorschwarm nach wenigen Wochen wieder in Schwarmstimmung ist, wenn er nicht gut betreut wird.

Füttern

Wenn nicht sicher ist, ob eine ausreichende Nektartracht vorhanden ist, muss der Schwarm in jedem Fall gefüttert werden. In den ersten 14 Tagen soll und will er viel bauen. Das kann er nur mit entsprechender Versorgung. Es sollte aber nicht sofort, sondern erst am nächsten Abend mit dem Füttern begonnen werden. Wenn sofort gefüttert wird, besteht die Gefahr, dass der Schwarm wieder auszieht.

Wenn mit flüssigem Honig gefüttert werden soll (mit wenig Wasser verflüssigen), muss sichergestellt sein, dass der Honig aus einer Imkerei stammt, die frei von bösartiger Faulbrut (bacillus larvae) ist. Wenn Zucker gefüttert werden muss, sollte wenigstens etwas Honig dazugemischt werden. Untersuchungen an der Fischermühle folgend bedeuten zehn Gewichtsprozente vom Zucker schon eine enorme Verbesserung. Die Saccharase wird durch die Enzyme des Honigs invertiert. Außerdem ist es von Vorteil, Kamillentee und eine Prise Salz zuzugeben.

Bei Mischungen mit Honig ist zu beachten, dass sie schneller zu gären beginnen, wenn sie dünnflüssig sind. Ein bewährtes Mischungsverhältnis ist: 3 kg Zucker, 2 kg Wasser, 0,3 kg Honig. Man kann auch mit einem Honigfutterteig (drei Teile Puderzucker „Apipuder“ und ein Teil Honig) arbeiten. Futterteig gewährleistet eine kontinuierliche Versorgung. Der Schwarm legt damit aber kaum Vorräte an. Er baut nur, versorgt das Brutnest und lebt von der Hand in den Mund (wenn es sonst nicht honigt). Deshalb ist es sinnvoll, bei Gelegenheit zusätzlich flüssig zu füttern. An der Fischermühle kombinieren wir beide Verfahren, weil wir in dieser Zeit nicht mit Tracht rechnen können.

Das Futter wird neben dem Trennschied im leeren Raum gegeben. Man kann z.B. einen Standard-Futtereimer für flüssige Fütterung auf zwei Leisten stellen. Die Bienen laufen zur Abnahme zur Siebfläche darunter. Man kann aber auch einen beliebigen Eimer oder ein anderes Gefäß einfach oben offen hineinstellen. Wenn aber ein offenes Futtergeschirr verwendet wird, geht die Abnahme oft schlagartig in einer Nacht. Deshalb sollen offen gegebene Futterportionen am Anfang nicht zu groß sein. Ein kontinuierlicher Futterstrom (z.B. Futtereimer mit Sieb) oder wiederholte kleinere Portionen beginnend mit ca. zwei Litern sind das Beste. Wenn später eine größere Wabenfläche die Futterstöße auffangen kann, sind Portionen mit fünf und wenn nötig auch zehn Litern (Winterfütterung von großen Völkern) möglich.

Damit die Bienen im offenen Futter nicht ertrinken, wird etwas Stroh, besser noch duftendes Heu oder Öhmd, in den offenen Eimer gegeben. Wenn der Eimer neu und glatt ist, helfen Fichtenzweige, die in den Eimer gestellt werden und auch an der Beutenwand anliegen. Oder man rauht die Eimerwand mit Schmirgelpapier an und gibt Korkscheiben hinein, die die gesamte Oberfläche bedecken. Der Eimer sollte an der Kastenwand oder am Trennschied anstehen, damit die Bienen leichter rein und raus kommen. Insbesondere bei Gefäßen mit Wulstrand (z.B. Tupperdosen) können die Bienen sonst von außen nicht in das Gefäß klettern. Auch Futterteig kann man am besten in einem offenen Eimer geben.

Anders als bei sogenannten Wirtschaftsvölkern ist es bei Jungvölkern anzustreben, den für die Überwinterung notwendigen Futtervorrat schon während der Saison aufzubauen und nicht erst im letzten Moment in großen Portionen zu geben. An Standorten, an denen es im Sommer honigt, erübrigt sich diese Bemerkung. An vielen Standorten finden die Bienen aber nicht genug, es entsteht kein ausreichender Überschuss für den Winter: es muss gefüttert werden.


Einführungsvideo


Warum gibt es drei Fluglöcher?

Das zentrale Flugloch wird nur verwendet, wenn man mit zwei Schieden arbeiten will, um von beiden Seiten erweitern und ernten zu können. Die Verwendung des zentralen Fluglochs hat den Vorteil, bei Eingriffen weniger Brutnestwaben bewegen zu müssen, liefert aber einen geringeren Honigertrag und ist für Anfänger schwerer zu handhaben. Wir empfehlen die Verwendung des seitlichen Fluglochs.

Das dritte Flugloch (an der Seite der Lüftungsöffnungen) hat eine zweifache Funktion. Man kann die Beute durch ein fest abschließendes Trennschied mit zwei Jungvölkern gleichzeitig besetzen und diese auch überwintern, bevor man sie im Folgejahr in getrennte Einraumbeuten setzt. Bei starken Völkern, Volltracht (z.B. Waldtracht) und großer Hitze kann es sinnvoll sein, das Flugloch zu vergrößern. In diesem Falle werden übergangsweise beide äußeren Fluglöcher geöffnet.


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