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Die Schlehe – viel mehr als eine Bienenweide

Wir stellen die Schlehe – oder auch Schwarzdorn – vor, welche für Wildbienen eine der wertvollsten Nahrungsquellen ist.

Do 28. November 2024 BieneMenschNatur.48, wildlebende Bienen
Eine Honigbiene labt sich an den Schlehenblüten. (Foto: Pixabay)
Eine Honigbiene labt sich an den Schlehenblüten. (Foto: Pixabay)

Die Schlehe (Prunus spinosa) ist eine der wertvollsten Pflanzen für Insekten, insbesondere für Wildbienen. Diese Strauchpflanze, die auch als Schwarzdorn bekannt ist, ist in Europa weit verbreitet und spielt eine bedeutende Rolle im Ökosystem, vor allem in der Frühjahrszeit. Die Schlehe ist ein wichtiger Bestandteil vieler Heckenlandschaften und bietet zahlreichen Insektenarten wertvolle Nahrungsquellen.

Erhalt von Lebensräumen und Bestäubern

Da die Schlehe einer der ersten Sträucher ist, die im Frühling blühen, trägt sie entscheidend zum Erhalt der Bestäuberpopulationen bei, die für die Bestäubung vieler weiterer Pflanzenarten notwendig sind. Ohne die frühzeitige Nahrungsquelle, die die Schlehe bietet, hätten viele Bestäuberarten Schwierigkeiten, ausreichend Nahrung zu finden.

Dadurch wirkt die Schlehe indirekt stabilisierend auf ganze Ökosysteme, indem sie die Grundlage für die Bestäubung und somit für die Fortpflanzung vieler Pflanzenarten bildet. Ihre Blüten bieten nicht nur Nektar, sondern auch wertvollen Pollen, der für die Entwicklung der Bienenlarven von entscheidender Bedeutung ist. Auch Schmetterlinge, Hummeln und Fliegen profitieren von den Blüten, die ihre Nahrungssuche in der Übergangszeit zwischen Winter und Frühling erleichtern.

Ökologische Bedeutung der Schlehe

Neben ihrer Funktion als Bienenweide hat die Schlehe auch eine wesentliche Rolle im Naturschutz. Die Sträucher bieten Vögeln Unterschlupf und Nistplätze – die dornigen Zweige dienen als Schutz vor Fressfeinden. Dorngrasmücke und Zaunkönig verstecken sich neben weiteren Vogelarten in Schlehensträuchern. Die Früchte dieser insektenfreundlichen Pflanze, die sogenannten Schlehen, reifen im Herbst und bieten eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vogelarten wie Drosseln und Finken. Auch im Winter, wenn andere Nahrungsquellen knapp sind, sind die Schlehenbeeren eine wertvolle Energiequelle.

Förderung der Biodiversität

Die Schlehe spielt eine unverzichtbare Rolle in der Förderung der Biodiversität, da sie nicht nur Insekten wie Bienen und Schmetterlinge anzieht, sondern auch zahlreichen anderen Lebewesen Lebensraum und Nahrung bietet. Als robuste, anpassungsfähige Pflanze ist die Schlehe in der Lage, in verschiedenen Biotopen zu gedeihen, von Hecken und Waldrändern bis hin zu ungenutzten Flächen. Ihre Fähigkeit, sich an unterschiedliche Umweltbedingungen anzupassen, macht sie zu einer wertvollen Pflanze in vielen Landschaften.

Verbindung zu anderen Pflanzenarten

Die Schlehe ist in vielen Gebieten ein Schlüsselbestandteil von Hecken- und Buschgesellschaften. Ihre Präsenz begünstigt das Wachstum anderer Pflanzenarten, da sie mit ihrem dichten Wuchs die Bodenstruktur stabilisiert und vor Erosion schützt. Durch die Bildung solcher Hecken entstehen Mikrohabitate, die eine Vielzahl von Pflanzenarten unterstützen, die in offenen Flächen oder intensiv genutzten landwirtschaftlichen Gebieten weniger Chancen auf Wachstum haben. Hecken aus Schlehen sind oft auch von Kletterpflanzen und Moosen umgeben, die in den schattigen, feuchten Bereichen gut gedeihen können.

Ökologische Bedeutung im Klimawandel

In Zeiten des Klimawandels, wenn viele Pflanzenarten unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen leiden, zeigt sich die Schlehe als besonders resistent. Ihre Fähigkeit, auch in weniger fruchtbaren Böden zu gedeihen, ermöglicht es ihr, in Gebieten zu überleben, die für andere Arten weniger geeignet sind. Dadurch trägt sie zur Widerstandsfähigkeit des Ökosystems bei und kann auch in der Zukunft eine wichtige Rolle beim Erhalt der Biodiversität spielen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Nicht nur in der Natur, sondern auch für den Menschen hat die Schlehe eine gewisse Bedeutung. Aus den Früchten werden Marmelade, Likör oder Sirup hergestellt, und die Zweige werden in der Heckenpflege verwendet.

Die Schlehe ist eine Pflanze von großer Bedeutung für die Insektenwelt. Ihre frühe Blüte und die reichhaltige Nektar- und Pollenquelle machen sie zu einer essenziellen Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber. Sie trägt nicht nur zur Erhaltung der Biodiversität bei, sondern unterstützt auch das Überleben zahlreicher Insektenarten, die für das ökologische Gleichgewicht von entscheidender Bedeutung sind.

Die Beeren der Schlehen im Herbst (oben) und im Winter (unten). (Foto: Pixabay) Die Beeren der Schlehen im Herbst (oben) und im Winter (unten). (Foto: Pixabay)

Insgesamt bietet die Schlehe durch ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für Tiere und Pflanzen nicht nur einen ökologischen Mehrwert, sondern trägt auch zur langfristigen Stabilität von Lebensräumen und Ökosystemen bei. Ihre Funktion als Nahrungsquelle für Bestäuber, als Lebensraum für Vögel und als Schützerin von Böden und anderen Pflanzen ist für die Biodiversität von großer Bedeutung und macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Naturhaushalts.

Wir vom Netzwerk Blühende Landschaft setzen uns genau für diese Stabilität von Lebensräumen und Ökosystemen ein. Mit unserem Projekt BienenBlütenReich bieten wir mittlerweile nicht nur mehrjähriges standortspezifisches Saatgut unseren Flächenpartnern an, sondern auch blühende Sträucher, Hecken und Bäume – wie die Schlehe.

Sabrina von der Heide, Netzwerk Blühende Landschaft


Biene sitzend auf Blüte
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