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Förderpreis Ökologischer Landbau für Imkerei Fischermühle

Das Daumendrücken hat geholfen! Am 25. Januar zeichnete Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner die Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle von Mellifera e. V. mit dem „Förderpreis Ökologischer Landbau “ aus – und das trotz unserer politischen Aktivitäten, die nicht immer das Wohlwollen von Frau Aigner finden…

Die Jury begründete die Verleihung des Preises mit den besonders anzuerkennenden vorbildlichen Leistungen und Innovationen für die Weiterentwicklung der ökologischen Bienenhaltung. Die Imkerei Fischermühle stehe beispielgebend für eine nachhaltige und besonders tiergerechte Bienenwirtschaft in ganz Deutschland. Der Förderpreis wird jährlich an als Vorbild geeignete, besonders innovative, ökologisch wirtschaftende Betriebe verliehen.

Als Imkermeister Thomas Radetzki 1985 mit seiner Arbeit an der Fischermühle begann, gab es nichts Vergleichbares – lediglich die von Vorträgen Rudolf Steiners inspirierte Idee, dass man mit Bienen anders umgehen sollte als in der klassischen Imkerei üblich. Und es gab die aus Asien importierte Varroamilbe, die in jener Zeit erstmals für massive Verluste unter den Bienenvölkern sorgte. So stand zumindest das Ziel fest: Die Bienen so zu halten, dass das Volk als Ganzes gestärkt wird und so auch mit wachsenden Belastungen zurechtkommt. Dafür prägten die Vereinsgründer den Begriff der wesensgemäßen Bienenhaltung. Von der Imkerei Fischermühle aus verbreitete sich die Behandlung der Varroamilbe mit Oxalsäure, das Arbeiten mit Naturwaben und die Nutzung des natürlichen Schwarmtriebs zur Völkervermehrung. Inzwischen ist die wesensgemäße Bienenhaltung eine fest etablierte Form der Imkerei, die nicht nur für Demeter-Imker Grundlage ihrer Arbeit ist. Vor allem junge und ökologisch interessierte Menschen werden angezogen von dieser Art, mit den Bienen umzugehen. Und immer mehr entdecken dabei, wie viel man nicht nur über die, sondern auch von den Bienen lernen kann – beispielsweise im Hinblick auf effektive Zusammenarbeit. Deshalb arbeitet auch Mellifera e. V. mit anderen Imkerverbänden zusammen – so nutzen wir die Methode der „Intelligenz des Schwarms“…

Thomas Radetzki und Marion Völkle nahmen freudestrahlend den Preis für ihre langjährige Arbeit für die Bienen von Landwirtschaftsministerin Aigner entgegen.Foto: Norbert Poeplau Die Preisverleihung freut uns gleich doppelt. Zum einen natürlich als Anerkennung für unsere jahrzehntelange Arbeit. Zum anderen auch, weil dadurch die Bienen und ihre Bedeutung für die Landwirtschaft und eine intakte Natur noch mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Denn schon die Verleihung eines Landbau-Preises an eine Imkerei ist nicht für jeden selbstverständlich. Ein Bauernhof als Preisträger, klar. Auch ein Winzer betreibt mit seinen Rebflächen Landbau. Aber ein Imker? Bienen sind ja nicht „erdverbunden“, sondern verbringen einen erheblichen Teil ihres Lebens im Flug. Doch wenn sie landen, tun sie das auf Blüten: von Obstbäumen, Gemüsepflanzen, aber auch von Wildpflanzen. Und indem sie eine Blüte nach der anderen anfliegen, sorgen sie für eine optimale Bestäubung, reichen Fruchtansatz und ökologische Vielfalt. Kurz gesagt: Ohne Bienen bräuchte man gar nicht erst darüber nachzudenken, einen „Förderpreis ökologischer Landbau“ zu vergeben.

Im Lauf der Jahre ist an der Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle von Mellifera e. V. eine Vielzahl von Initiativen entstanden– so etwa das Netzwerk Blühende Landschaft, das Netzwerk „Bienen machen Schule“, „die Bienenkiste“ oder auch das Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik. Eines haben alle unsere Initiativen gemeinsam: Es geht dabei um die Bienen. Sie sind Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit. Denn die Bienen tun unglaublich viel für uns Menschen. Wir finden, es ist nicht mehr als recht und billig, dass wir auch etwas für sie tun.

Sabine Armbruster

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Dieser Artikel stammt aus:

Biene Mensch Natur
Nr. 24 • Frühjahr/Sommer 2013

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