BMN Blog

Das Blog zur Zeitschrift »Biene Mensch Natur«

»Biene Mensch Natur« Blog

Foto: Klaus Hollmann

Gewichtsvergleich Naturwaben und Mittelwand

Die weit verbreitete Meinung, dass die Bienen bei den künstlichen Waben viel weniger Bauleistung zu erbringen haben, scheint ein Irrtum zu sein, wie eine Untersuchung der Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle ergeben hat.

Zum Thema dieses Heftes passt eine der vielen kleinen Untersuchungen der Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle. Die Ausgangsfrage war: Wie schwer ist eine hauchzarte Naturbauwabe eigentlich im Vergleich mit einer Mittelwand und einer unbebrüteten Wabe die auf einer Mittelwand gebaut wird? Dafür wurden jeweils zwei Proben mit einer durchschnittlichen Fläche von 1,34 dm² ausgewählt. Die Waben-Proben waren frei von Honigresten und hatten gleich lange, fertig ausgebaute Zellen. In der nebenstehenden grafischen Auswertung ist zu sehen, dass die Jungfernwabe auf einer Mittelwand erheblich schwerer ist als die zarte Naturbauwabe. Beim Ausbauen der Mittelwand müssen die Bienen kaum weniger Wachs ausschwitzen als im Naturbau für die Erstellung der ganzen Wabe! Auf einem Quadratdezimeter werden durch die Verwendung der Mitteland nur 2,9 Gramm (10,3 – (16,7 – 9,3)) Wachs „gespart“.

Die weit verbreitete Meinung, dass die Bienen bei den künstlichen Waben viel weniger Bauleistung zu erbringen haben, scheint also ein Irrtum zu sein. Oft verführt diese Meinung zu dem Trugschluss, durch die Mittelwand mehr Honig zu schleudern, weil die Bienen für das Wachs ausschwitzen weniger Honig selbst verbrauchen. In Folge dieser Meinung hat der Imker aber vor allem die Mehrarbeit beim Drahten der Rähmchen und Einlöten der Mittelwände. Zudem müssen die Mittelwände selbst hergestellt oder gekauft werden.

Dieser Artikel stammt aus:

Biene Mensch Natur
Nr. 04 • Frühjahr/Sommer 2003

Cover 0 Download (pdf, 1,6 MB)

Newsletter

Spenden
Mitglied werden