BMN Blog

Das Blog zur Zeitschrift »Biene Mensch Natur«

»Biene Mensch Natur« Blog

Thomas Radetzki nimmt die Auszeichnung mit dem goldenen Stachel vom Präsidenten des DBIB Manfred Hederer (Mitte) und dessen Vorstand Walter Haefeker (rechts) entgegen. Foto: Norbert Poeplau

Goldener Stachel auf Süddeutschen Imkertagen verliehen

Die diesjährige Auszeichnung des Deutschen Berufsimkerbundes für ein besonderes Engagement zum Wohl der Bienen und der Imkerei ging Ende Oktober an Imkermeister Thomas Radetzki und Dr. Achim Willand. Radetzki ist Initiator des Bündnisses zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik und Willand ist der Jurist, der die Imker des Bündnisses vor Gericht vertreten hat.

Die diesjährige Auszeichnung des Deutschen Berufsimkerbundes für ein besonderes Engagement zum Wohl der Bienen und der Imkerei ging Ende Oktober an Imkermeister Thomas Radetzki und Dr. Achim Willand. Radetzki ist Initiator des Bündnisses zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik und Willand ist der Jurist, der die Imker des Bündnisses vor Gericht vertreten hat. Beide arbeiten seit Jahren eng zusammen und zeigten auf, dass gesetzliche Regelungen erforderlich sind, damit sich Gentechnik nicht ungefragt und ungewollt im Magen der Bienen oder Honigkunden breitmacht. Dabei wurde auch eine Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofes im Sinne der Imker erstritten.

Besonders betroffen von der Gentechnik auf dem Acker sind Imker, weil deren Bienen bei der Bestäubung auch gentechnisch veränderten Pollen sammeln. Um die von der EU Kommission versprochene Koexistenz für Imker durchzusetzen, hatte Thomas Radetzki 2007 die Initiative zur Gründung des Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik ergriffen. Dr. Achim Willand von der Anwaltskanzlei Gaßner, Groth, Siederer & Coll aus Berlin erstellte das erste Rechtsgutachten. Mit seinem Kollegen Dr. Georg Buchholz führte er die Imker des Bündnisses erfolgreich durch die gerichtlichen Auseinandersetzungen. Wirksam wurde das Bündnis durch den Schulterschluss mit den Dachverbänden der deutschen Imkerschaft, dem DBIB und DIB sowie anderer Imkergruppierungen und Verbände der Lebensmittelwirtschaft.

Unzählige Arbeitsstunden sind in das Netzwerk des Bündnisses, in dessen Finanzierung und in die gerichtlichen Auseinandersetzungen gesteckt worden. Sie fanden ihre Würdigung durch die Laudatio zur Preisverleihung. Um der guten Zusammenarbeit der Imkerverbände bei den Agrarfragen Ausdruck zu verleihen, war der Präsident des Deutschen Imkerbundes vom Berufsimkerbund gebeten worden die Laudatio zu halten. So bezeichnete Peter Maske (DIB) die Preisträger des Goldenen Stachels als „Zwei Kämpfer, die immer in erster Front gestanden haben und noch stehen, und das für die Imkerei weltweit. Wir wollen keine Gentechnik im Honig. Dafür brauchen wir eine Agrarwende, eine gentechnikfreie bäuerlich orientierte Landwirtschaft, die Vielfalt gewährleistet und in der Bienen und Imker gut leben können!“ Auch der Präsident der Berufsimker, Manfred Hederer, stellte bei der Preisverleihung die Forderung seines Verbandes an die Bundeskanzlerin (siehe BMN 24) zum Umsteuern in der Agrarpolitik noch einmal in den Fokus.

Dr. Willand konnte den Preis leider nicht persönlich entgegen nehmen. Dass die Arbeit im Bündnis auch in Zukunft dringend gebraucht wird, unterstrich Thomas Radetzki in seiner Dankesrede. Mit Bezug auf die unmittelbar vor der Preisverleihung vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesene Revision des mit dem Bündnis klagenden Imkers Karl-Heinz Bablok stellte Radetzki klar: „Wir werden weiter darum kämpfen, dass die imkerlichen Grundrechte nicht der Gentechnik-Lobby im Rahmen einer Interessenabwägung geopfert werden.“ Die anwesenden Imker unterstrichen die Entscheidung der Jury für die Preisträger des Golden Stachels indem sie spontan mehr als 3.429,68 Euro in einen Hut warfen, der durch ihre Sitzreihen gereicht wurde.

Dieser Artikel stammt aus:

Biene Mensch Natur
Nr. 25 • Winter 2013/2014

Cover 0 Download (pdf, 2,8 MB)

Newsletter

Spenden
Mitglied werden