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Das Blog zur Zeitschrift »Biene Mensch Natur«

»Biene Mensch Natur« Blog

Auf dem Programm stand auch ein Besuch in den Prinzessinnengärten. Foto: Daniel Schapawalow

Ein neuer Abschnitt beginnt: Das Netzwerk wesensgemäße Bienenhaltung

Am zweiten Märzwochenende trafen sich 21 Menschen aus Deutschland und Österreich in der gemeinnützigen Einrichtung Sinnewerk in Berlin-Kreuzberg. Anlass war das erste Initiatoren-Treffen wesensgemäße Bienenhaltung. Hierzu eingeladen hatte Mellifera e. V. gemeinsam mit der Berliner Gruppe, welche von Heinz Risse und Rainer Kaufmann geleitet wird.

Eine erste Bilanz

Von den bereits bestehenden Gruppen aus Mecklenburg, Oberrhein, Fränkische Schweiz, Altötting, Stuttgart sowie von Mellifera e. V. waren Vertreter angereist. Zudem waren Interessierte aus Hannover, Hamburg, Frankfurt/Main, Rhön, Sachsen-Anhalt und Österreich dabei, die momentan eine Gruppengründung anstreben bzw. in Erwägung ziehen. Nach spannenden Vorstellungen der einzelnen Gruppen und Menschen versuchten wir, in Kleingruppen und im Plenum eine erste Bilanz zu ziehen aus der bisherigen Zusammenarbeit. Die Gruppen sind sehr unterschiedlich: Von politischer Arbeit bis zum gemeinsamen Musizieren ist die Arbeit in den Regionen sehr vielfältig. Zentral ist immer das Anliegen, dem Wesen des Biens näher zu kommen und Begegnungen vor Ort zu schaffen.

Am Samstagnachmittag begaben wir uns auf eine Exkursion in die Prinzessinnengärten, einem Nutzgarten für urbane Landwirtschaft. Heinz Risse betreut dort mit Rainer Kaufmann und weiteren Freunden eine Vielfalt an Beutensystemen und die Regionalgruppe Berlin nutzt die Prinzessinnengärten als Ort für ihre Kurse. Das Ziel dieses Urban Gardening Projektes, Nähe und Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln wie Honig aufzubauen, wurde dabei deutlich.

Weiterentwicklung und Perspektiven

Zurück im Sinnewerk diskutierten wir über die Weiterentwicklung und Perspektiven der Gruppenarbeit. Rainer bekochte am Samstagabend alle Teilnehmer mit einem superguten Essen. Den Abend und das Erlebnis Berlin rundete Erika Mayr mit einem bereichernden Vortrag zum Thema Stadtbienen ab. Sie ist Autorin des Buches „Die Stadtbienen“, leitet den Imkerverein Charlottenburg-Wilmersdorf und sympathisiert mit den wesensgemäßen Bienenhaltern in Berlin. Neben ihrer Begeisterung für die Bienen, machte ihr Vortrag die Herausforderungen des anhaltenden Imker-Booms in Berlin deutlich.

In kleinen Arbeitsgruppen wurden neue Ideen für das Netzwerk wesensgemäße Bienenhaltung entwickelt und diskutiert.Foto: Daniel Schapawalow

Am Sonntagmorgen arbeiteten wir in Arbeitsgruppen zu Themen wie Außendarstellung, Gründungsinfos, Organisationtipps. Die Themen werden nun über das Jahr hinweg in den Arbeitsgruppen weiter erarbeitet und als Merkblätter im Internet zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde eine Namensänderung der Gruppen erörtert. Die bisherige Bezeichnung „Regionalgruppen“ könnte, eine formal-juristische, hierarchische Untergliederung von Mellifera e. V. suggerieren. Die Intention ist aber, autarke Gruppen zu unterstützen und sich miteinander zu verbinden, um so die Gesamtbewegung für wesensgemäße Bienenhaltung zu stärken. Viele Gruppen haben eigene Namen, sind vielleicht ein eingetragener Verein, eine Arbeitsgemeinschaft eines Imkervereines oder einfach eine neue Gruppe von Menschen, die sich zusammen der wesensgemäßen Bienenhaltung widmen. Die Initiatoren sollen Mellifera e. V. freundschaftlich und loyal verbunden sein.

Update (nach Redaktionsschluss der BMN 28)

Die Bezeichnung der Regionalgruppen hat uns nach dem Regionalgruppe-Treffen noch weiter beschäftigt. Auf Anstoß der Hamburger Regionalgruppe haben wir die Namens-Entscheidung noch mal überdacht und sind zu folgender Einschätzung gelangt:

  • Der ursprünglich favorisierte Terminus „Regionalgruppe wesensgemäße Bienenhaltung“ oder „Gruppe XY im Netzwerk wesensgemäße Bienenhaltung“ ist zu sperrig.
  • Der Begriff „wesensgemäße Bienenhaltung“ wird schon in vielen Bezügen verwendet und eben nicht nur von Mellifera e.V. Mit der Bezeichnung „Mellifera-Regionalgruppe“ ist eine klarere Zuordnung zu Mellifera e.V. möglich und die Verbindung deutlich.
  • Im Alltag zeigt sich, dass ohnehin meistens von „Mellifera-Regionalgruppen“ gesprochen wird.
  • In dem Regionalgruppenpapier wird deutlich erkennbar, dass keine hierarchische Unterorganisation gewollt ist.

Deshalb möchten wir gerne, dass die Regionalgruppen in ihrem Namen die Bezeichnung „Mellifera-Regionalgruppe“ führen. Entweder als Zusatz z.B. in zweiter Zeile oder in Verbindung mit der Ortsangabe. Beispiele für Regionalgruppenbezeichnungen wären:

Mellifera-Regionalgruppe Berlin

oder

Bienenschutz Stuttgart e.V.
Mellifera-Regionalgruppe


Konkrete Schritte zur Bildung einer Regionalgruppe:

Regionalgruppenvereinbarung (pdf/170 KB)

Nächstes Treffen 2016

Zum Abschluss wurde für 2016 ein Treffen bei Markus Hilfenhaus in der Fränkischen Schweiz vereinbart. In der anschließenden Reflexion des Treffens wurde die Begeisterung für das Netzwerk und die Bewegung wesensgemäße Bienenhaltung deutlich. So beschrieb Thorsten Herget aus Frankfurt sein Gefühl zum Wochenende mit dem Erlebnis, als er das erste Mal das Brausen eines Bienenschwarms an seiner Brust spürte, etwas Aufregendes, ein neuer Abschnitt ist im Entstehen.

Wir danken den Gastgebern Heinz Risse und Rainer Kaufmann für die Ausrichtung dieses wichtigen ersten Treffens, das uns allen viel Kraft für unser Engagement gegeben hat.

Tobias Miltenberger

Dieser Artikel stammt aus:

Biene Mensch Natur
Nr. 28 • Frühjahr/Sommer 2015

Cover 0 Download (pdf, 2,2 MB)

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