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Das Blog zur Zeitschrift »Biene Mensch Natur«

»Biene Mensch Natur« Blog

Foto: Sarah Bude

Oxalsäure-Verdampfung nach der Honigernte ungeeignet

Wir raten davon ab, zur Behandlung der Varroa-Milbe eine Spätsommerbehandlung mit Oxalsäure-Verdampfung durchzuführen.

Im Jahr 2002 wurde von Mellifera e. V. ein Feldversuch zur Behandlung der Varroa-Milbe mit der Oxalsäure-Verdampfung im Spätsommer durchgeführt. In einem Vorversuch an der Fischermühle war keine Wirkung auf Milben in verdeckelten Brutzellen feststellbar. Am Feldversuch beteiligten sich trotzdem 16 Imker mit 409 Völkern. Von 266 Völkern waren die Daten vollständig und verwertbar. Die Wirkung der Behandlungen schien auch nach wiederholter Überprüfung der Daten und Protokollbögen sehr hoch.

Weil das gute Ergebnis aber unserem bisherigen Verständnis der Biologie von Milbe und Biene widersprach, wurde es nicht veröffentlicht. Es bestanden Zweifel, ob es zu verallgemeinern sei. Deshalb wurde der Versuch in der Imkerei Fischermühle im Jahr 2003 mit 55 Völkern wiederholt. Dabei ergab sich eine geringe Wirkung, die der Tatsache entspricht, dass die Behandlung nicht in die Brut wirkt.

Obwohl einige Imker von der Methode überzeugt sind, raten wir davon ab, eine Spätsommerbehandlung mit Oxalsäure-Verdampfung durchzuführen. Da immer wieder danach gefragt wird, sei ergänzt, dass eine akzeptable Wirkung mit fünf Behandlungen vermutlich erreichbar wäre, wenn sie in kurzen Zeitabständen von drei Tagen aufeinander folgen. Das erscheint aber weder vom Aufwand, noch von der häufigen Störung der Völker her vertretbar.

Dieser Artikel stammt aus:

Biene Mensch Natur
Nr. 04 • Frühjahr/Sommer 2003

Cover 0 Download (pdf, 1,6 MB)

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