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Das Blog zur Zeitschrift »Biene Mensch Natur«

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An diesem Versuchsstandort untersuchte das Mellifera-Forschungsteam die Wirksamkeit von Varroa-Aschepräparaten. Foto: Eva Frey

Versuche mit Aschepräparaten

Können Aschepräparate gegen Varroabefall von Bienenvölkern helfen? Melliferas Forschungsgruppe hat sich mit dieser Frage auseinandergesetzt und verschiedene Präparate an Völkern getestet.

Von Juni 2020 bis ins Frühjahr 2021 wurde in einem Forschungsprojekt an der Fischermühle die Wirkung und Verträglichkeit von Varroa Aschepräparaten untersucht. Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden ob sich die Reproduktion von Varroamilben durch den Einsatz von Aschepräparaten beeinflussen lässt. Mellifera-Vorstand Dr. Johannes Wirz und Melliferas wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Eva Frey leiteten den Versuch und gewannen dabei allerhand Erkenntnisse. Gefördert wurde das Projekt von der Software AG-Stiftung.

Präparate ohne Auswirkung auf den Honig

Zum Projekt kam es durch eine Anfrage von Benjamin Eppler, dem Geschäftsführer der Agroto GmbH. Neben der Erforschung der biodynamischen Präparate, die von Rudolf Steiner angegeben wurden und seit vielen Jahren in der Demeter-Landwirtschaft erfolgreich zur Anwendung kommen, hat er auch begonnen, über die Veraschung von Parasiten nachzudenken, über die Steiner ebenfalls gesprochen hatte. Bislang hatte sich deren Einsatz in der Vergangenheit jedoch nicht bewährt, obwohl sie in verschiedenen Instituten untersucht worden sind. Zuletzt auch in der Forschungsgruppe von Philippe Matile, Professor an der ETH Zürich und Mitbegründer des Forschungsinstituts für biologischen Landbau in Frick.
Als Arbeitshypothese gingen wir davon aus, dass sich Veraschungspräparate negativ auf die Reproduktionsfähigkeit der Zielorganismen, hier also der Varroa, auswirken. Der Einsatz von Varroa-Aschepräparaten könnte aus zwei Gründen vielversprechend sein.
Würde die Anwendung die Vermehrungsrate der Milben in Bienenvölkern um circa 30 Prozent verringern, so wäre die exponentielle Vermehrung des Parasiten gestoppt. Darüber hinaus sind vom Präparat selbst keine Rückstände in Wachs und Honig zu erwarten.

Die Beobachtung geht weiter

Es wurden vier Versuchsgruppen mit je drei Völkern gebildet – einer Kontrollgruppe ohne Zusatz, einer zweiten nur mit Mandelöl und mit zwei Versuchsgruppen mit einer D8-, respektive D22-Potenz der Asche in Mandelöl. In den Völkern, die auf Mittelwänden mit der D8-Potenz der Asche gebildet worden waren, war der Reproduktionserfolg der Milben etwas geringer als in allen anderen Gruppen.
Die tendenziell geringere Reproduktionsrate hatte jedoch keinen negativen Einfluss auf die Populationsdynamik der Milben. In Bezug auf die Wirkung der Aschepräparate wäre es denkbar, dass sich ein ausgewogenes Wirt-Parasit-Verhältnis erst nach ein paar Jahren einstellt, wie es von Rudolf Steiner für die Anwendung der Präparate bei tierischen Schädlingen beschrieben wurde. Aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich seine Angaben nicht auf die Varroamilbe übertragen lassen, da sie ein neuer Parasit der Honigbiene ist.
Deshalb ist geplant, die überlebenden Völker in den Versuchsgruppen weiter zu beobachten und zu beproben, um eine mögliche, zeitverzögerte Wirkung der Aschepräparate in den Potenzen D8 und D22 zu erfassen.

Dr. Eva Frey und Dr. Johannes Wirz, Mitglieder des Mellifera-Forschungsteams

Falls Sie Interesse an einem ausführlichen Bericht zu diesem Forschungsprojekt haben, schreiben Sie eine E-Mail an E-Mail schreiben.

Dieser Artikel stammt aus:

Biene Mensch Natur
Nr. 40 • Frühjahr/Sommer 2021

Cover 0 Download (pdf, 4,1 MB)

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