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Das Blog zur Zeitschrift »Biene Mensch Natur«

»Biene Mensch Natur« Blog

Ein Kernpunkt der wesensgemäßen Bienenhaltung ist der Naturwabenbau im Brutraumbereich. Norbert Poeplau zeigt Interessierten dieses Wunderwerk der Natur.

Wesensgemäße Bienenhaltung trägt regionale Früchte

Das wachsende Interesse an der wesensgemäßen Bienenhaltung und der Demeter Bienenhaltung führt zu dem Wunsch vieler Menschen, sich regional auszutauschen, gegenseitig zu unterstützen und auch öffentlich für die Belange der Bienen und einen größeren Respekt im Umgang mit der Natur einzusetzen. Diese Entwicklung möchten wir mit unserem neuen Konzept „Regionalgruppen wesensgemäße Bienenhaltung“ fördern.

Vor fast dreißig Jahren wurde von Mellifera e. V. der Begriff der „wesensgemäßen Bienenhaltung“ geprägt. Ein neuer Begriff, der auch heute oftmals noch kurz innehalten und fragen lässt: Was ist das? Und genau das haben wir gewollt. Wesen und Erscheinung sind zweierlei. Haben wir Respekt vor dem Du, welches uns in ganz besonderer Art beim Bienenvolk berührt und begegnet? Einem Lebewesen welches Ferdinand Gerstung im Jahre 1901 den „Bien“ nennt und den die moderne Soziobiologie als Superorganismus bezeichnet. Wir sind glücklich darüber, dass wir diesen Fragen im Lauf der Jahre mit immer mehr Freunden nachgehen und manche praktische Betriebsweisen entwickelt werden konnten, die der Idee folgen. Nun war es aber Zeit für den nächsten Schritt.

Ein Bienenschwarm, der sich allmählich zur Ruhe setzt.Foto: Christine Schottdorf-Timm Das wachsende Interesse an der wesensgemäßen Bienenhaltung und der Demeter Bienenhaltung führt zu dem Wunsch vieler Menschen, sich regional auszutauschen, gegenseitig zu unterstützen und auch öffentlich für die Belange der Bienen und einen größeren Respekt im Umgang mit der Natur einzusetzen. Diese Entwicklung möchten wir mit unserem neuen Konzept „Regionalgruppen wesensgemäße Bienenhaltung“ fördern. Wir bauen dabei auf „Schwarmintelligenz“. Diese klappt beim Bienenvolk, weil die Spurbienen eine gemeinsame Aufgabe im Sinn haben und ein paar Regeln konsequent verfolgen. Beides brauchen wir auch für die Regionalgruppen und haben Ziele und Regeln nun so gefasst, dass mit Unterstützung von Mellifera e.V. möglichst selbst verwaltete Strukturen entstehen können. Das Konzept senden wir auf Anfrage oder Download unter www.mellifera.de/regionalgruppen.

Uns ist es wichtig, dass es nicht zu einer Polarisierung in der Art „hier wesensgemäß, dort konventionell“ kommt, sondern dass bei den Regionalgruppen eine konstruktive Offenheit vorhanden ist und sich die Mitglieder aktiv für einen guten Dialog mit konventionell arbeitenden Imkern und deren Ortsvereinen einsetzen. Dies setzt natürlich voraus, dass innerhalb der Regionalgruppe ein Mindestmaß an imkerlicher Erfahrung und fachlicher Kompetenz, auch in konventioneller Hinsicht, vorhanden ist. Außerdem sollte wenigstens der Initiator einer solchen Regionalgruppe, am besten jedoch mehrere Mitglieder, ausreichend eigene praktische Erfahrungen mit Naturwabenbau und Völkervermehrung auf Grundlage des Schwarmtriebs haben, die durch einen Überblick über andere Betriebsweisen und Beutensystem ergänzt werden. Und nicht zuletzt erwarten wir eine positive Grundeinstellung gegenüber den Wurzeln von Mellifera e. V., die in der Anthroposophie Rudolf Steiners und den Arbeiten Ferdinand Gerstungs liegen und für die der Bien, der Volksorganismus als Ganzes, Ausgangspunkt und Maßstab für die imkerlichen Maßnahmen ist.

Wir unterstützen die Regionalgruppen, ähnlich wie bei der Bienenkiste oder dem Netzwerk Blühende Landschaft, durch eine google-gestützte Netzwerkkarte im Internet, in die Regionalgruppe sich vorstellen können. Jede Regionalgruppe kann ihre Termine auf unserer Veranstaltungsseite selber eintragen. Dafür haben wir die Möglichkeiten zur Recherche von Veranstaltungen auf www.mellifera.de neu programmiert. Es soll ein jährliches Treffen der Gruppenleiter mit Mellifera geben, das wechselnd bei einer der Gruppen stattfindet. Auf Wunsch stellen wir auch Infomaterial zur Verfügung oder unterstützen mit Vorträgen, bei der Vermittlung von Referenten und bei der Entwicklung von Veranstaltungskonzepten. Und wir freuen uns, wenn auf diesem Wege die Demeter Bienenhaltung und auch die nicht als solche zertifizierte wesensgemäße Bienenhaltung in Deutschland viele neue Freunde findet!

Thomas Radetzki, Vorstand Mellifera e.V.

Dieser Artikel stammt aus:

Biene Mensch Natur
Nr. 25 • Winter 2013/2014

Cover 0 Download (pdf, 2,8 MB)

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