Bienen machen Schule Blog

Die Tagung "Bienen machen Schule" fand 2020 erstmals online statt. Foto: Mellifera e. V.

Die Tagung "Bienen machen Schule" findet erstmals online statt

Ganz im Zeichen der digitalen Vernetzung und des virtuellen Lernens stand die diesjährige Tagung der Initiative “Bienen machen Schule” (BmS) von Mellifera e. V. am 25. und 26. September 2020.

Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen konnte die Tagung zum ersten Mal nicht in als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden. Über 150 Teilnehmer nahmen von zuhause an der virtuellen Bienenpädagogik-Konferenz teil und folgten den Vorträgen.

Lydia Wania-Dreher, Rebecca Schmitz und Jonas Ewert (von links) bei der Online-Tagung.Foto: Mellifera e. V.

Zu Beginn resümierte die Leiterin der Initiative und Moderatorin der Veranstaltung, Rebecca Schmitz, die Arbeit der vergangenen Jahre und stellte das Tagungsprogramm vor. Rebecca Schmitz leitet die Initiative seit nunmehr sechs Jahren und ist das Gesicht von BmS. Sie betonte, wie schwer ihr die Entscheidung gefallen sei, die beliebte Tagung „nur“ online zu machen, aber dies sei der sichere Weg. Trotzdem habe man wieder ein interessantes Programm auf die Beine stellen können. Ihre Kollegin Lydia Wania-Dreher, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit bei Mellifera e. V., war für den Chat der Online-Tagung verantwortlich und betreute die Fragen der Teilnehmer. Gesammelte richtete sie diese dann an den jeweiligen Referenten. Jonas Ewert, der neue Mitarbeiter bei BmS, war während den beiden Tagen im Hintergrund für die Technik zuständig.

Ein Rückblick auf zehn Jahre Bienen machen Schule

Den Auftakt machte der „Jubiläumsvortrag – 10 Jahre Bienen machen Schule“ von Undine Westphal, einer langjährigen Partnerin von BmS. Undine Westphal unterrichtet Bienenbiologie, betreibt mit Schülern eine Schulimkerei und leitet seit einigen Jahren Imkeranfängerkurse für Erwachsen. Die Hamburger Imkerin erinnerte an die Anfänge der Initiative und beschrieb mit heiteren Anekdoten die vergangenen Tagungen und deren Besonderheiten. Dabei ging sie immer wieder auf ihre praktischen Erfahrungen im Bereich der Schulimkerei ein und gab Tipps zu Lehrmaterialien.

Das Bienenvolk im Gesamtgefüge

Folgend stellte Norbert Poeplau, Imkermeister bei Mellifera e. V., seine Ideen und Gedanken zum Thema „Die Phänomenologie des Bienenvolkes in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ vor. Er legte großen Wert darauf, bei der Betrachtung des Organismus‘ Bienenvolk den Blick auf das Große und Ganze zu wahren und zeigte die vielfältigen Beziehungen sowie Abhängigkeiten zwischen Bienen und ihrer Umwelt auf. Mit literarischen Beispielen belegte er, dass die Bienen von je her als Vorbild für ein wohl funktionierendes und in sich stimmiges Wesen genutzt wurden. Unter Gesichtspunkten wie Insektensterben, Klimawandel oder übermäßigen Ressourcenverbrauch sei es besonders in der Pädagogik wichtig, einem ganzheitlichen Ansatz zu folgen, der die Bienen in den Kontext zu ihrer Umwelt setzt.

Ausschnitt aus der Teilnehmer-Umfrage.Foto: Mellifera e. V. Viele Ideen und Anregungen für die Schulimkerei und den Schulgarten

Mit ihrem Vortrag „Die Faszination von Schulimkerei und Naturerlebnisräumen“ stellten Ulrike und Gregor Rohlmann die Aktivitäten und Erfahrungen ihrer langjährigen ehrenamtlichen Arbeit vor. Als ehemalige Lehrerin und als Landschaftsbauer sowie Imker leiten sie schon seit über 20 Jahren die Bienen-AG Scholli-Bees und Blühaktivisten der Geschwister Scholl Schule sowie dem Zeppelin-Gymnasium in Lüdenscheid. Mit unzähligen Bildern und konkreten Vorschlägen für Aktivitäten gaben sie Einblicke in ihre jahrelange Arbeit. So zeigten, sie wie man einen Schulgarten oder einen Wilbienenlehrpfad anlegt, wie man junge Schüler in die Schulimkerei einführt und sie in alle Bereiche integriert oder aber auch, wie gerade „schwierige“ Schüler in der Bienen-AG ihre Kompetenzen neu erleben und erweitern können. Mit dieser wahren Flut an Materialien stießen sie bei den Teilnehmern auf reges Interesse und warfen zahlreiche Fragen zur Praxis in der Schulimkerei auf.

Unterrichtsbeispiel: Die Bedeutung von Bestäuberinsekten

Im Anschluss beleuchtet Heike Uphoff vom Schulbiologiezentrum Hannover in ihrem Vortrag „Ladentheke – Bedeutung der Bestäuberinsekten für unseren Warenkorb“ die ökologische Rolle von Bestäubern. Neben der Honigbiene sind die wichtigsten Bestäuberinsekten hierzulande Hummeln und Wildbienen, Wespen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und Schwebfliegen. Wie sich das Wegfallen dieser wichtigen Bestäubungsdienstleister auf die Nahrungsketten der Ökosysteme, aber auch auf die Produktion von Nahrungsmitteln für den Menschen auswirkt, erklärt sie mit anschaulichen Beispielen. Das Fazit war alarmierend. Viele Lebensmittel wären ohne diese Insekten nicht mehr vorhanden oder in ihrem Ertrag sehr stark dezimiert.

Einblick in die Forschung

Zum Abschluss der Tagung gaben Peter Haase und Dr. Yelva Larsen vom Fachbereich Didaktik der Naturwissenschaften der Universität Bamberg Einblicke in ihre Forschungsarbeit. Sie gehen in ihren Versuchen der Frage nach, wie Bienen sich an veränderte Umweltparameter anpassen. Das vorgestellten Experiment sollte zeigen, ob sich das Verhalten der Arbeiterinnen durch die Anwesenheit oder Abwesenheit einer Königin verändert. Dazu wurden zwei Völker für mehrere Tage in Schaukästen gesetzt und die Laufwege der Arbeiterinnen mit einer Kamera aufgezeichnet. Die Auswertung der per Videoaufnahmen erhobenen Daten erfolgte über Beobachtungsprotokolle mit festgelegten Kriterien. Dabei halfen den Forschern besonders kleine Raspberry PI Rechner, welche zum Beispiel auch die Erfassung von anderen Parametern im Bienenstock wie Temperatur oder Feuchtigkeit zulassen. Die Forscher erhoffen sich mit dem Versuchsaufbau, Antworten auf Fragen zum Verhalten von Bienen zu erlangen und wollen damit auch einen Beitrag leisten, den Gesamtorganismus Bien besser zu verstehen.

Die Möglichkeiten der Vernetzung

Jonas Ewert, Mitarbeiter bei BmS, stellte zudem noch das neue Online-Netzwerk und Diskussionsforum von Mellifera e. V. vor. Das Netzwerk bietet Pädagogen, Bienenfreunden und Imkern, die Erfahrung mit Bienen und Bildung haben oder erlangen möchten, die Möglichkeit sich virtuell zu vernetzen, um praktische Aktivitäten zu planen. Besonders im Diskussionsforum können in thematischen Unterkategorien gezielt Erfahrungen geteilt, Fragen weitergegeben oder Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt werden. Besonders für Neueinsteiger bieten Netzwerk und Forum vielfältige Möglichkeiten, sich an erfahrene Mitglieder zu wenden und Informationen rund um das Thema Bienenpädagogik zu erhalten. Bisher haben sich schon über 100 Mitglieder im neuen BmS-Netzwerk registriert.

Hier geht es zum BmS-Netzwerk und zum Forum

Weitere Informationen zu Bienen machen Schule, einer Initiative von Mellifera e. V., finden Sie auf www.bienen-schule.de. Zahlreiche Publikationen zu dem Thema gibt es auch in unserem Shop.

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Weitere Infos über die Initiative »Bienen machen Schule«:

www.bienen-schule.de
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