Bienen machen Schule Blog

Norbert Poeplau, Jonas Ewert und Alica Kipp (von links) freuen sich, dass es wieder los geht. Foto: Mellifera e. V.

Der dritte Jahrgang „Bienenpädagogik“ startet digital und interaktiv

Neue Situationen erfordern neue Maßnahmen. Vergangenes Wochenende startete der dritte Jahrgang der Weiterbildung „Bienenpädagogik“ – coronabedingt erstmals als reine Onlineveranstaltung. Nach langem Hin und Her hatte sich Mellifera schweren Herzens dazu entschieden, den Auftakt der Weiterbildung nicht an der Fischermühle stattfinden zu lassen und die rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stattdessen per Videokonferenz einzuladen.

Ein harmonischer Einstieg in die Weiterbildung und die Bearbeitung erster Themen, das war das Ziel des zweitägigen Eröffnungstermins. Jonas Ewert, der Leiter unserer Initiative Bienen machen Schule führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem ersten Vortrag kurz in die Weiterbildung ein und stellte deren wichtigste Meilensteine vor. In fünf Blockveranstaltungen wird diese von November bis Juli durchgeführt und dreht sich dabei voll und ganz darum, wie Kinder mit allen Sinnen in die Welt der Bienen eintauchen können. Wichtige außerdem sind die Vermittlung relevanter Rahmenbedingungen, sowie rechtliche und finanzielle Aspekte beim Aufbau eines Bienenprojektes. Zu jedem Termin werden Experten aus dem bienenpädagogischen Bereich als Referenten eingeladen, um fachbezogene Hintergrundinformationen aber auch praktische Lerneinheiten zu präsentieren.

Ganzheitliche Sicht der Dinge

Den Anfang machte Melliferas-Imkermeister Norbert Poeplau, welcher sich schon seit Jahrzehnten mit der wesensgemäßen Bienenhaltung auseinandersetzt und einen Einstieg in genau dieses Themenfeld gab. In seinem Vortrag gewährte er den rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in die Phänomenologie des Bienenvolks. Er schlug dabei den Bogen von der aktuellen „Bienenkrise“ über die, in der Literatur vielfältig bemühte, Symbolhaftigkeit des Superorganismus „Bien“ bis hin zur Frage, was wir heute in Hinblick auf Pädagogik lernen können. Für Poeplau stehen die ganzheitliche Sicht auf die Lebensweise der Bienen sowie der Umgang der Menschen mit ihnen im Mittelpunkt. Dieses Verständnis gab er den angehenden Bienenpädagogen mit auf den Weg.

Digital und interaktiv – das geht!

Der zweite Teil des ersten Tages stand unter dem Titel „Das Wesen der Bienen und das Wesen der Kinder“. Imkerin und Wildnispädagogin Alexandra Lippert widmete diesem Thema ihren Vortrag und präsentierte zahlreiche interaktive Spiele. Obwohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei sich zuhause vor den Bildschirmen, anstatt vor Ort an der Fischermühle, waren, konnten sie sich dabei einbringen und hatten ihren sichtlichen Spaß an den Spielen. Bei der Erstellung einer Geräuschlandkarte, dem Zeichnen einer Biene oder dem Erkennen von Bildern mussten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre ganze Konzentration aufbringen, um ihre Sinne zu schärfen. In Kleingruppen wurde außerdem diskutiert, welche Aspekte für welche Zielgruppen am wichtigsten sind. So wurde u. a. erörtert wie man seine Zielgruppe definiert, welche Besonderheiten sie mit sich bringt und was für Erfahrungswerte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen dazu haben.

Interessantes und Nützliches zum Thema Bienenwachs

Tag zwei der Weiterbildung startete die Fachberaterin für Bienenprodukte, Ursula Müller, mit ihrem Vortrag „Bienenwachs – warm, weich, vielseitig“. Zu Beginn stellte Müller einige faszinierende Informationen zum Thema Wachs vor. Wussten Sie zum Beispiel, dass Wachs wie ein Immunsystem für Bienen wirkt, die Waben die Funktion einer Klimaanlage übernehmen und es als Tanzfläche zur Nachrichtenübermittlung dient? Allein die Fülle an positiven Eigenschaften und Besonderheiten dieses Stoffes machte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer neugierig. Während des praktischen Teils wurden verschiedene Aktivitäten wie die Herstellung von Wachslampions, Wachstüchern oder Wachstafeln vorgeführt, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann zuhause nachmachen konnten. Das Material dazu wurde ihnen im Vorfeld im persönlichen „Bienen-Set“ nach Hause geschickt.

Honigsensorik online – Genuss pur

Den Abschlussbeitrag der digitalen Blockveranstaltung präsentierte Petra Miersch, ihres Zeichens badische Honigobfrau und Imkerin. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen dabei an einer digitalen Honigverkostung teil. Die im „Bienen-Set“ enthaltenen Mellifera-Honige waren nicht etikettiert und wurden nacheinander verkostet. Nach der Beurteilung der Farbe und des Geruchs des Honigs nahmen alle etwas Honig auf einen Löffel und beurteilten die Fließeigenschaften. Erst dann wurde der Honig gekostet. Um dem Geschmackssinn Ausdruck zu verleihen, half ein Aroma-Rad, welches die verschiedenen Geruchs- und Geschmacksnuancen des Honigs darstellt.

Trotz digitaler Durchführung waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Programm zufrieden. Sie freuen sich aber jetzt noch mehr darauf, sich während der kommenden Termine persönlich zu treffen. Der nächste Termin ist für den 29. und 30. Januar geplant. An den folgenden Terminen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich auf spannende Themen, wie den natürlichen Kreislauf des Lernens, den Jahreskalender der Bienen und praktischen Arbeiten am Bienenstand freuen. Ebenso werden rechtliche und organisatorische Informationen rund um das Arbeiten mit Bienen und Kindern besprochen. Als Abschlussarbeit gestalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein von ihnen in Kleingruppen erstelltes Schülerprojekt, das sie während des letzten Termins im Juli an der Fischermühle praktisch umsetzen können.

»BmS«-Blog

Weitere Infos über die Initiative »Bienen machen Schule«:

www.bienen-schule.de
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Über den Autor:
Jonas Ewert

Leitung "Bienen machen Schule"

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+49 7428 945 249-27

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