Bienen machen Schule Blog

Willkommen im KinderSinnesGarten

“Bee & Trees”-Projekt im Rahmen von Waldorf100

Es war recht wechselhaft, als wir uns mit der Kindergarten- und Schulgemeinschaft zum Einlaufen der Bienen in die neue Klotzbeute im KinderSinnesGarten verabredet hatten. Als wir etwa eine Stunde vor dem verabredeten Termin die kleine Einlauframpe aufbauen wollten, stürmte und regnete es heftig. Wir spielten mit dem Gedanken, die Aktion zu verschieben. Aber der gefangene Bienenschwarm stand bereits zwei Tage im Keller und zahlreiche Menschen hatten ihr Kommen zugesagt. Und dann riss der Himmel plötzlich auf und die Sonne begann zu scheinen. Wir fuhren zu Sabine Carrillo, von der wir den Schwarm bekommen sollten. Vorsichtig transportieren wir die Schwarmbox mit rund 20.000 Bienen zum KinderSinnesGarten, wo uns in der Zwischenzeit zahlreiche Menschen erwarteten. Die Lehrer der Freien Waldorfschule Wahlwies hatten ihre Konferenz für den Programmpunkt “Besuch: Ein Volk sucht ein Zuhause“ unterbrochen. Wir stellten die Kiste ab, legten ein weisses Leintuch auf die Rampe und sprühten die Ränder der Rampe mit Wasser ein. Jetzt war alles vorbereitet zum Einlaufen.

Sabine Carrillo zog ihren Schleier an, öffnete die Bienenkiste und kippte die Bienentraube auf das Tuch. Nach kurzer Orientierung setzte sich der Bienentross sehr anmutig in Richtung Flugloch in Bewegung. Nach etwa einer halben Stunde waren die meisten Bienen in ihr neues Heim eingelaufen. Als nur noch ein Häufchen Bienen vor dem Eingang war, trauten sich die zuschauenden Kinder näher an das Geschehen heran und begannen sogar teilweise, die Bienen zu streicheln und vorsichtig Richtung Eingang zu leiten. Jetzt sind wir gespannt, ob das Volk seine Baumhöhle annimmt und dort sein Wabenwerk errichtet. Und ebenso gespannt sind wir auf das Zusammenleben der Bienen und Kinder im KinderSinnesGarten. Die Bienen sollen ein elementarer Teil des KinderSinnesGarten sein und für die Kinder spielerisch erlebbar gemacht werden.

Waldorf100

2019 ist die Waldorfbewegung 100 Jahre jung und im Rahmen von Waldorf100 wird dieses Jubiläum weltweit gefeiert. Eines der Kernprojekte ist „Bees and Trees“ und wir machen mit dem KinderSinnesGarten mit. Im Jubiläumsjahr 2019 rücken wir die Bienen für die Kinder, Eltern, Erzieher und Freunde des Kindergartens in den Fokus. Wildbienen spielen in unserem Gartenprojekt eine bedeutende Rolle. Zusätzlich veranstalteten wir zwei praktische Bienenvorträge für interessierte Erwachsene. Im Frühjahr 2018 referierte Dr. Frank Krumm über wilde Baumbienen – unter seiner Anleitung haben wir dann die Klotzbeute im Sommer 2018 gebaut. Anfang 2019, bevor das Bienenjahr begann, fand ein Abend über wesensgemäße Bienenhaltung mit dem langjährigen Imker Dr. Ulrich Miller statt. Diese Vorträge wurden durch die Mahle Stiftung ermöglicht.
Zudem haben wir mit den Kindern symbolisch 100 neue bienenfreundliche Stauden, Sträucher und Gehölze im KinderSinnesGarten gepflanzt und so einen Bienennährring entstehen lassen. Dieser Teil des Projektes wurde durch die Beatrice Nolte Stiftung ermöglicht.

Leitgedanken von „Bees and Trees“

Bienen verhelfen vielen unserer Nahrungspflanzen zu ihren Früchten und zeigen uns zugleich, wie es um unsere Seelen bestellt ist: „Der ganze Bienenstock ist eigentlich von Liebesleben durchzogen“ sagte Rudolf Steiner. Bienen sind ein Bild für jene spirituelle Kraft, die unserer Freiheit erst die Würde gibt: für die Kraft einer Liebe, die wirksam werden will. Doch weltweit sterben die Bienen – dem wollen wir entgegentreten. Wir wollen Honigbienen wesensgemäß halten und Wildbienenpopulationen fördern. Auch Kindergartenkinder sollen intensiv daran teilhaben, von Unter- bis Oberstufe, vom Honigernten bis zu komplexen Forschungsaufträgen, vom Pflanzen von Bienenweide bis zur Bereitung von Nistplätzen für Wildbienen.

Warum Honigbienen im KinderSinnesGarten

Es ist nie zu früh! Schon im Kindergarten ist es möglich, gemeinsam mit den Kindern Bienen zu beobachten – in den Blüten und am Bienenvolk. Gemeinsam Bienen sehen, hören, riechen – oder sogar streicheln. Wir wollen unser Bienenvolk nicht „bewirtschaften“ sondern einfach nur staunend beobachten und wahrnehmen. Die imkerischen Tätigkeiten sollen sich auf ein Minimum beschränken. Vielleicht mal ein Blick in die Wiegenstube der Bienen oder ein kleines Stück Honigwabe aus der Vorratskammer. Aber vorwiegend Beobachten der Aktivitäten am Flugloch und im Garten. All dies soll dazu beitragen, dass die Kinder ein Gespür für diese wundervollen Sonnentänzer entwickeln.
Seit 2014 gibt es unserem KinderSinnesGarten. Das Ziel unserer Elterninitiative ist es, Kindern schon früh zu zeigen, wie viel Vielfalt es in unserer Pflanzen- und Tierwelt gibt, wie alles zusammenhängt. Säen und Zwiebeln stecken, Pflanzen beim Keimen beobachten, mit den Händen in der Erde wühlen und leckere Früchte pflücken – gärtnern macht Kindern Spaß. Wildbienen haben einen zentralen Platz in unserem Gartenprojekt. Wir bauen mit den Kindern individuelle Nisthilfen, beobachten anschließend deren Besiedlung und die Aktivitäten an den unterschiedlichen Blüten im Garten. Die Vorschulkinder erleben so spielend und ganzheitlich das Bienenjahr.

Susanne Kiener und Dr. Daniel Schaarschmidt-Kiener, Waldorfkindergarten Wahlwies

»BmS«-Blog

Weitere Infos über die Initiative »Bienen machen Schule«:

www.bienen-schule.de
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