Bienenkisten-Blog

Die neue Schwarmbörse

Nach elf Jahren haben wir unsere Schwarmbörse komplett überarbeitet.

Wir haben uns beim Relaunch von folgenden Grundsätzen leiten lassen:

  • Die Funktion, Imker*innen für herrenlose Bienenschwärme zu finden, wird von der Vermittlung von Bienenschwärmen zwischen Imker*innen getrennt und heißt nun schwarmrettung.de
  • Die Vermittlung von Bienenschwärmen zwischen Imker*innen wird Teil des Mellifera Netzwerks wesensgemäßer Imker*innen und sowohl anbieter- als auch empfängerseitig darauf beschränkt. Wir fassen den Nutzer*innenkreis also enger.
  • Es gibt keine 1:1-Vermittlung mehr. Ein*e Anbieter*in kann selbst zwischen allen infrage kommenden Suchenden auswählen.
  • Die Übermittlung der Kontaktdaten von Imker*innen geschieht nicht mehr per E-Mail sondern wird direkt am Bildschirm angezeigt.

Wie war es vorher und warum haben wir das Konzept überarbeitet?


Schwarmbörse als Teil des Mellifera Netzwerks

Die Schwarmbörse ist nun Teil des Mellifera Netzwerks. Teilnehmen können daher nur noch Mitglieder des Netzwerks, die ausdrücklich erklären, dass sie wesensgemäß imkern. Uns ist klar, dass diese Änderung manche Imker*innen betrifft, die schon viele Jahre Bienenschwärme in der Schwarmbörse angeboten haben, sich aber nicht als wesengemäße Imker*innen betrachten. Diese werden durch unsere Neukonzeption von der neuen Schwarmbörse ausgeschlossen. (Es ist auf keinen Fall sinnvoll und erwünscht, sich als konventionelle*r Imker*in im Mellifera-Netzwerk zu registrieren. Jede*r dort registrierte Imker*in wird in einem öffentlichen Verzeichnis wesensgemäßer Imker*innen gelistet und bekennt sich damit öffentlich zur wesensgemäßen Bienenhaltung.)

Als gemeinnütziger Verein sind wir in der Verwendung unserer Mittel in erster Linie unseren Mitgliedern und Vereinszielen verpflichtet. Insbesondere betrachten wir es nicht als unsere Aufgabe, eine allgemeine Handelsplattform für Bienenschwärme zu unterhalten. Die Schwarmbörse soll wesensgemäße Imker*innen in ihrer Betriebsweise unterstützen.

Der Zugang zur Schwarmbörse erfolgt nach dem Login über das User-Menü, das erscheint, wenn man auf seinen Profilnamen klickt (links oben). Auf der rechten Seite erscheint dann das Bedienpanel der Schwarmbörse (“biete/suche”). Hier kann man mit wenigen Klicks ein Gesuch aufgeben, oder aber einen Schwarm anbieten.

Wer einen Schwarm sucht, wird sieben Tage lang als suchend gelistet und allen Anbieter*innen angezeigt, wo die Kriterien (max. Preis und Entfernung) passen. Man kann sich selbst als Anfänger*in kennzeichnen und wird dann in den Ergebnislisten etwas hervorgehoben angezeigt. Es ist äußerst sinnvoll, im eigenen Profil auch etwas über seine Qualifikation und Motivation zu schreiben, denn letztlich entscheidet der* Anbieter*in an wen der Schwarm gegeben werden soll.

Nach sieben Tagen wird das Gesuch automatisch deaktiviert. Man erhält eine automatische Benachrichtigung per Mail, über die man mit einem Mausklick das Gesuch verlängern kann. So verhindern wir zukünftig, dass vergessen wird, das Gesuch wieder zu entfernen, wenn sich die Sache erledigt hat.


Schwarmrettung

Wir nennen das neue Angebot, Schwarmfänger*innen für herrenlose Schwärme zu vermitteln, Schwarmrettung weil wir damit betonen wollen, dass es uns in erster Linie um den Schutz der Bienen geht und nicht um einen kostenlosen Service für Haus- und Grundbesitzer.

Anders als die neue Schwarmbörse ist die Schwarmrettung offen für alle Imker*innen. Imker*innen können sich hier unabhängig vom Mellifera Netzwerk registrieren und werden dann auch nur als Schwarmretter*in gelistet. Es ist aber umgekehrt so, dass Nutzer*innen des Mellifera Netzwerks keinen zusätzlichen Account für schwarmrettung.de benötigen, sondern sich mit den vorhandenen Zugangsdaten einloggen und als Schwarmretter*in eintragen können.

Schwarmfänger*innen können angeben, in welchem Umkreis sie Bienenschwärme einfangen würden. Neu ist, dass sie sich optional bereit erklären können, Hilfesuchende bei Problemen mit Wespen- oder Hornissennestern zu beraten. Wir fragen in Zukunft die Art der Insekten bei der Schwarmmeldung ab, um Falschmeldungen von vermeindlichen Bienenschwärmen zu reduzieren. Wir nennen dann nur die Imker*innen, die im Sinne des Insektenschutzes auch bei Wespen- oder Hornissennestern ansprechbar sind.

Die Meldung eines herrenlosen Schwarmes ist natürlich weiterhin ohne Registrierung möglich und wird einfacher. Es braucht keine E-Mail-Adresse mehr angegeben werden und wir liefern weiterführende Informationen und Tipps, wenn für die gemeldete Insekten-Art kein*e Ansprechpartner*in im Schwarmrettung Netzwerk gefunden werden konnte.


Daten- und Klimaschutz

Sowohl Schwarmbörse als auch Schwarmrettung basieren auf der sehr datensparsamen Technologie des neuen Mellifera-Netzwerks, die von der Weitblick Internetwerkstatt entwickelt wurde. Registrierte Nutzer*innen sind nicht gezwungen personenbezogene Daten zu veröffentlichen. Die Websites sind sehr schlank programmiert und haben dadurch eine sehr schnelle Ladezeit und einen geringen CO2-Fußabdruck. Es werden zudem keine externen Cookies und keine Tracking-Cookies gesetzt.

Spenden

Unser Service ist weiterhin vollkommen kostenlos nutzbar. Wir sind aber auf Spenden angewiesen, um den Service langfristig aufrecht erhalten zu können. Wir wünschen uns, dass Menschen, die davon profitieren, sei es als Imker*innen, Schwarmsuchende oder Hilfesuchende, sich mit einer kleinen Spende in der Größenordnung von 5 € bis 10 € revangieren:

Spenden


Ein Nachruf auf www.schwarmboerse.de

Die Schwarmbörse hat vor elf(!) Jahren das Licht der Welt erblickt. Wir hatten sie ursprünglich entwickelt, um der stark wachsenden Nachfrage an Naturschwärmen für Anfänger in einer wesensgemäßen Betriebsweise Rechnung zu tragen. Außerdem weiß jeder wesensgemäße Imker, dass das eigentliche Problem nicht in Völkerverlusten im Winter, sondern dem Überangebot an Schwärmen in der Schwarmsaison besteht. Die Eine weiß nicht wohin mit den ganzen Schwärmen, der Andere sucht dringend einen Schwarm. Man muss also beide Parteien nur noch zusammen bringen …

Außerdem gibt es eine weitere Quelle an Bienenschwärmen, die für manche Mitbürger ein Problem darstellen, für wesensgemäße Imker aber eher Grund zur Freude sind: die sogenannten “herrenlosen” Schwärme. Wir hatten daher von Anfang an eine interaktive Schwarmfänger-Liste in die Schwarmbörse integriert. Mittlerweile hängt die Adresse der Schwarmbörse wohl in so ziemlich jeder Feuerwache Deutschlands und es werden wesentlich mehr herrenlose Schwärme gemeldet, als Schwärme von Imker zu Imker weitergegeben.

Im Laufe der Jahre haben sich aber auch Schwächen des Konzepts gezeigt und die Anforderungen an Datenschutz und Design haben sich weiterentwickelt.

  • Die alte Website war nicht für mobile Endgeräte optimiert und basierte ganz zentral auf E-Mail-Kommunikation. Automatische Mails bleiben aber heutzutage gerne mal in Spamfiltern hängen…
  • Laien können außerdem Wespen und Bienen oftmals nicht unterscheiden und sehen in der Schwarmbörse eine universelle Lösung für ihr Problem mit stachelbewehrten Insekten.
  • Es gab kein automatisches Verfahren um veraltete Konten auszusortieren.

Um dafür zu sorgen, dass das eigentliche Ziel der Schwarmbörse auch erreicht wird, hatten wir ein Scoring eingeführt, was Anfänger und Imker in einer wesensgemäßen Betriebsweise als Empfänger bevorzugt. Es gab eine 1:1-Vermittlung, die den geeignetsten Empfänger für einen angebotenen Schwarm automatisch ermittelt hat. Obwohl es sehr viele glückliche Anfänger gab, die auf diesem Weg ihren ersten Bienenschwarm erhalten haben, und es im Regelfall sehr einfach möglich war, überschüssige Bienenschwärme auf diesem Weg “loszuwerden”, gab es auch immer wieder Beschwerden von Nutzern:

  • Anbieter waren gelegentlich unzufrieden mit Anfänger-Empfängern, weil sie als zu wenig qualifiziert eingeschätzt wurden, oder als zu weit entfernt.
  • Anbieter hatten keine Erfahrung mit Naturbaubetriebsweisen und hatten Ableger angeboten, bzw. Schwärme gleich auf Mittelwände eingeschlagen.
  • Anbieter hatten aufgrund von Ahnungslosigkeit oder Betrugsabsicht weisellose, zu kleine oder halb verhungerte Schwärme angeboten.
  • Es wurde mehr Geld verlangt, als beim Angebot angegeben.
  • Interessenten hatten schon einen Schwarm anderswo her bekommen und vergessen, das Gesuch in der Schwarmbörse herauszunehmen.

Da die Schwarmbörse das “Match” zwischen Anbieter und Empfänger hergestellt hat, waren wir dann auch die Adresse, wo die Beschwerden gelandet sind. Oft stand dann “Aussage gegen Aussage”.

Wir hatten den Eindruck, dass die Schwarmbörse in den letzten Jahren von ein paar “Imkern” zunehmend als Möglichkeit gesehen wurde, unerfahrene Anfänger “übers Ohr zu hauen” und ihnen mit einem ungeeigneten weisellosen Minischwärmchen Geld aus der Tasche zu ziehen. Eigentlich aber hatten wir die Schwarmbörse dazu gedacht, Kooperation und wechselseitige Unterstützung von Imkern einer Region zu fördern. Und sie ist letztlich auch darauf angewiesen, dass die Teilnehmer das ebenso so sehen und sich entsprechend verhalten. Auch wenn die beschriebenen Probleme Einzelfälle waren und das Feedback weit überwiegend postiv war, sind auch solche Beobachtungen in die Neukonzeption eingeflossen.

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Über den Autor:
Erhard Maria Klein

Leiter Initiative »Die Bienenkiste«

In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst (nach Augustinus)

E-Mail schreiben
https://weitblick.org
+49 40 88168335
erhard.maria.klein
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