Bienenkisten-Blog

Frühjahrsdurchsicht

An einem schönen, sonnigen Tag Anfang April mit Temperaturen zwischen 16 und 20 Grad können wir die Frühjahrsdurchsicht machen.

An einem schönen, sonnigen Tag Anfang April mit Temperaturen zwischen 16 und 20 Grad können wir die Bienenkiste das erste Mal öffnen und die Frühjahrsdurchsicht machen. Das Öffnen ist nicht zwingend notwendig. Wir können schon durch Beobachtung des Fluglochs erkennen, dass wahrscheinlich alles in Ordnung ist – wenn bei schönem Wetter ein reger Flugbetrieb herrscht und Pollen eingetragen wird, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Es reicht daher auch, die Kiste ca. Ende April das erste Mal zu öffnen, wenn die Mittelwände in den Honigraum gehängt werden. Aber die meisten Bienenhalter sind doch neugierig und besorgt und wollen genauer wissen, ob alles in Ordnung ist.

Ziel der Frühjahrsdurchsicht ist, zu sehen, ob das Bienenvolk kräftig und gesund ist und ob es noch genügend Vorräte hat:

Fluglochbeobachtung

Der erste Blick gilt immer dem Flugloch. Hier können wir schon wichtige Informationen über den Zustand des Bienenvolkes sammeln:

  • Ist das Stirnbrett stark verkotet? (Das könnte auf die Durchfallerkrankung Ruhr oder auf Nosema hinweisen.)
    Vereinzelte Kotflecken sind unproblematisch und werden mit dem Stockmeißel abgekratzt.
  • Gibt es einen regen Bienenflug (ggf. mit Nachbarvölkern vergleichen)?
  • Ein wichtiges Zeichen besteht darin, dass Pollen eingetragen werden. Wenn zu dieser Jahreszeit und bei diesen Temperaturen intensiv Pollen gesammelt werden, kann man davon ausgehen, dass das Volk weiselrichtig ist, d.h., dass es eine gesunde Königin hat, die Eier legt und daher bereits mit der Brutpflege beschäftigt ist. (Die Pollen sind die Eiweißnahrung für die Aufzucht der Brut.)

Von hinten hineinschauen

Als zweites nehmen wir das Rückbrett ab und schauen von hinten hinein. Außer wenigen toten Bienen und Wachskrümeln sollte sich nicht viel auf dem Boden finden lassen. Die Bienen haben die Zeit, seit dem wir das Mäuseschutzgitter heraus genommen haben, genutzt, um den ganzen Wintermüll heraus zu räumen. Auch von hinten sollten innen keine Kotflecken zu sehen sein.

Wiegen

Wir können die Kiste wiegen – entweder mit der Zugwaage oder mit der Personenwaage – und die Daten mit unseren Aufzeichnungen vor der Einwinterung vergleichen: Wie viel Vorräte sind verbraucht worden? Wie viel Vorräte sind schätzungsweise noch vorhanden? Anfang April sollten noch mindestens 5 Kilogramm Vorräte vorhanden sein. Es ist gut, sich das Gewicht der Bienenkiste bei der Einwinterung und Frühjahrsdurchsicht zu notieren und die Daten aufzuheben. So gewinnt man im Laufe der Jahre Erfahrungen und kann mit der Frage, ob die Bienen genug Vorräte haben, entspannter umgehen, weil man Vergleichsdaten hat.

Bodenbrett reinigen

Bodenbrett mit Stockmeißel sauber kratzen Nun können wir die Kiste das erste Mal seit der Varroa-Behandlung im November wieder öffnen: Wir fegen die Bienen, die auf dem Boden sitzen in die offene Kiste zurück und kratzen den Boden mit dem Stockmeißel etwas sauber. Wachsreste, Propolis, Kotflecken und Schimmel werden grob herausgekratzt.

Bienenkiste öffnen

Wir schauen uns das Wabenwerk an: sind die Wabengassen gut mit Bienen besetzt (sechs bis acht besetzte Wabengassen sind Anfang April normal) und machen sie einen vitalen und zugleich ruhigen Eindruck?

Im Zentrum des Wabenwerks, da wo die Waben am dunkelsten sind, müsste eigentlich bereits verdeckelte Brut zu finden sein. Treiben Sie die Bienen mit Rauch aus dem Smoker in die Wabengassen zurück, so dass Sie ein Stück weit hinein schauen können. Wenn Sie an einer Stelle keine verdeckelten Brutzellen finden können, probieren Sie es an einer anderen. Biegen Sie die Waben ggf. etwas auseinander und verwenden Sie eine Taschenlampe, um tiefer hinein schauen zu können. So bald Sie verdeckelte Brutzellen gefunden haben, kann die Suche eingestellt werden: Nun wissen wir sicher, dass das Volk weiselrichtig ist.

verdeckelte Brutzellen

Der größte Teil der noch vorhandenen Vorräte befindet sich oberhalb der Brutzellen und kann nicht von uns gesehen werden. Vielleicht sehen Sie aber im hinteren Bereich noch Waben, die mit Honig gefüllt sind. Falls das der Fall ist, können sie ziemlich sicher sein, dass die Vorräte reichen werden – auch ohne wiegen.

Nun lassen wir die Bienen erst mal wieder in Ruhe. Das nächste Mal wird der Kasten in ein paar Wochen geöffnet, um die Mittelwände in den Honigraum zu hängen.

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Über den Autor
Autor Erhard Maria Klein

Projektleiter Bienenkiste

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