Mellifera-Blog

Mit dem 10-Punkte-Plan kann jeder etwas für Bienen, Hummeln und Co. tun. Foto: Silke Meyer, SALZUNDHONIG

Bee Revolution – jeder kann Bienen schützen

Der 10-Punkte-Plan “Bienen retten – alle anderen Insekten und die Welt gleich mit” der Mellifera-Regionalgrupe Berlin zeigt, wie einfach es ist, etwas für Bienen, Hummeln und Co. zu tun. Mach mit und werde Teil der Bee Revolution.

Bienensterben war gestern.
Heute geht’s ums Ganze.
Bee Revolution!

Wissenschaftlichen Studien belegen das Insektensterben. Wildinsekten und Bienen leiden unter den gleichen Ursachen. Höchste Zeit zum Umdenken und Handeln: Jeder Einzelne kann diese Veränderungen einleiten und unterstützen. Damit aus leeren, ausgeräumten Landschaften wieder lebendige Ökosysteme werden. Dabei hilft der 10-Punkte-Plan “Bienen retten – alle anderen Insekten und die Welt gleich mit”, den die Mellifera-Regionalgruppe Berlin erstellt hat.

Fakten in DeutschlandFoto: Silke Meyer, SALZUNDHONIG 1 – WÄHLE HONIG AUS DEINER REGION.

In Deutschland wird viel Honig verzehrt, pro Kopf 1kg jährlich. Der Honig für unseren Konsum stammt fast zu 80% aus Importen. Honige aus dem Supermarkt sind häufig Mischungen mit Honigen aus Nicht-EU-Ländern, die meisten davon kommen aus Südamerika – u.a. aus Ländern, in denen gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, wo Bienen mit Medikamenten und Antibiotika behandelt werden und der Einsatz von Pestiziden erlaubt ist. Neben der Umweltbelastung durch die langen Transportwege können so auch Bienenkrankheiten nach Deutschland eingeschleppt werden.

Es ist daher sinnvoll, Honig aus deiner Region direkt vom Imker zu bevorzugen, z.B. zertifizierter Honig in DIB Gläsern (Deutscher Imker Bund), im Idealfall aus biologischer und wesensgemäßer Bienenhaltung. Demeter hat auch bei der Bienenhaltung die strengsten Richtlinien, die den Bedürfnissen der Bienen am weitesten entgegen kommen.

Weitere Informationen gibt es im Artikel Alles Bio-Honig oder was?

2 – KAUFE BIO-LEBENSMITTEL.

Kaufe mehr Bio, esse weniger Fleisch. Insekten fühlen sich auf Biohöfen wohler, als auf den Äckern der “konventionellen Bauern”. Denn dort werden Insekten, Pilze und Unkräuter mit der Giftspritze verfolgt. Biohöfe sind im Vergleich dazu wahre Paradiese für Honigbienen, Wildbienen und alle anderen Insekten. Jeder Einkauf ist wie ein Gang zur Wahlurne. Wir haben die Wahl und nehmen unser Recht und die Verantwortung als Bürger wahr: Saisonale Lebensmittel aus regionaler ökologischer Landwirtschaft sind besser, da u.a. auf bienenschädliche Pestizide und Neonikotinoide verzichtet wird, und ohne Transport Energie und Abgase reduziert werden. Bauernmärkte, Hofläden und andere direkte Vermarktungsmöglichkeiten nutzen, den Kontakt zu den Erzeugern suchen und sich über die Herstellung informieren. Qualität, Tierwohl und Fairness sind ihren Preis wert. Die Mehrkosten können durch weniger Fleisch, Fertigprodukte und Zuckerwaren wettgemacht werden.

Milchprodukte und Käse aus Heumilch kaufen.
Heu- und Weidemilch kommt von Kühen, für deren Ernährung artenreiche Wiesen stehengelassen werden – die Insekten dringend brauchen. Konventionelle Milch kommt von Kühen, die überwiegend mit Silage gefüttert werden. Wo früher noch bunte Blumenwiesen wachsen konnten, weil die Wiesen beweidet wurden oder nur Grünschnitt und ein zweimaliger Heuschnitt erfolgten, werden Weiden heute bis zu 10 mal nacheinander gemäht, weil das Gras kurz vor der Blüte am eiweißreichsten ist. Die Folge ist, dass für Insekten keine Blüten mehr zur Verfügung stehen. Heumilch ist zudem gesünder, hat im Vergleich zur Silomilch viel weniger Keime und etwa die doppelte Menge an Omega-3 Fettsäuren.

Bio-Mehl & Bio-Bier kaufen.
Für deren Produktion wurden keine Pestizide verwendet. Konventionell bewirtschaftete Getreideäcker werden sehr häufig kurz vor der Ernte mit Glyphosat abgespritzt, um das Korn technisch in kurzer Zeit trocken und damit ‚reif’ werden zu lassen. Bienen befliegen solche Flächen weiter, bis die Blüten von Kornblumen abgestorben sind und tragen so Glyphosat in die Stöcke.

Fakten in Deutschland.Foto: Silke Meyer, SALZUNDHONIG 3 – FRAGEN, FRAGEN, FRAGEN.

Sich für eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft einzusetzen, beginnt schon bei den ersten Fragen am Tresen oder Marktstand, wo das Essen herkommt. Frage Bauern, Politiker und Imker, in Supermärkten oder in der Gastronomie. Erkundige dich nach Qualität, Herstellung und Verarbeitung der Lebensmittel und mach klar, dass dir viel an einer ökologischen und ethisch vertretbaren Tierhaltung und nachhaltigen Lebensmittelproduktion liegt. Du kannst in der örtlichen Mensa, Kantine und in der Gastronomie darauf hinwirken, dass vermehrt regionale und ökologisch produzierte Lebensmittel verwendet werden.

4 – VERZICHTE AUF INSEKTIZIDE IN HAUS UND GARTEN.

Unterlasse den Einsatz von bienenschädlichen Pflanzenschutz-, Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln, also Insektizide, Fungizide und Herbizide in deinem Haus und Garten, auch wenn diese als „bienenungefährlich“ gekennzeichnet sind. Glyphosat – das meistverkaufte Pflanzengift der Welt – beeinträchtigt zum Beispiel das Orientierungsverhalten der Bienen und führt zu Brutschäden. Zudem bestehen bei Menschen und Tieren Zusammenhänge zwischen Glyphosat und Fehlbildungen/-geburten und nicht zuletzt hat Glyphosat hohe negative Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben.

Manche Geschäfte verkaufen noch diese Produkte, bei welchen Verzicht und Boykott empfohlen ist: Roundup von Monsanto (Wirkstoff: Glyphosat – Totalherbizid), Calypso und Lizetan von Bayer (Wirkstoff: Thiacloprid aus der Klasse der Neonikotinoide), Careo Schädlingsfrei von Celaflor (Acetamiprid aus der Klasse der Neonikotinoide)oder Bi 58 von COMPO (Wirkstoff: Dimethoat).

Es gibt genügend natürliche Alternativen, die gut wirken. Zum Beispiel der Einsatz von „Nützlingen“, was viele andere Insekten schont. Praktische Tipps gibt es auf www.bio-gaertner.de

5 – VERMEHRE INSEKTENFREUNDLICHE PFLANZEN.

Warum wir Bienen lieben und brauchenFoto: Silke Meyer, SALZUNDHONIG Schaffe Oasen für Wild- und Honigbienen, Schmetterlinge und Hummeln indem du bienenfreundliche Pflanzen im Balkonkasten ansiedelst, Obstbäume im Garten oder wildwachsende Pflanzen bestehen lässt.

Eine Wildblumenwiese statt englischem Rasen, der Straßenbaum vor deinem Fenster, der blühende Mittelstreifen in deiner Straße, Pflanzen mit ungefüllten, statt gefüllten Blüten – lieber Astern und Phacelia (Bienenfreund) statt Geranien. Welche Pflanzen Bienenweiden sind, findest du zum Beispiel bei unserer Initiative www.bluehende-landschaft.de.

6 – BIETE NISTMÖGLICHKEITEN FÜR INSEKTEN.

Beinahe jede zehnte Wildbienenart ist vom Aussterben bedroht. 300 der heimischen 560 Wildbienenarten stehen auf der „Roten Liste”. Mit ganz einfachen Mitteln kannst Du Nistmöglichkeiten für Wildbienen bauen und diese ansiedeln. Viele fertig zu kaufende Insektenhotels sehen eher schick aus, als dass sie wirklich attraktiv für die Besiedlung wären – es lohnt sich, vorher die Grundlagen zu lesen, zum Beispiel hier: www.wildbienen.info

7 – WERDE IMKER.

Wenn du mehr über Bienen erfahren möchtest und mit dem Gedanken spielst, selbst Bienen zu halten, wäre der Zeitpunkt gekommen, einen Imkerkurs zu machen. Auf das Wohl seiner Völker zu achten, wirkt sich automatisch auf die Natürlichkeit der Umgebung aus und trägt zu einem lebendigen Ökosystem bei.

Imkerkurse bietet zum Beipiel Mellifera e.V. an. Mehr Infos dazu auf mellifera.de/imkerkurs

8 – WERDE BIENENPATE.

Bienen brauchen Blüten.Foto: Silke Meyer, SALZUNDHONIG Mit einer Bienen-Patenschaft unterstützt du die imkerliche und die agrar- und bildungspolitische Arbeit von Mellifera. Entweder für dich selbst, als Geschenk oder für deine ganze Firma – du erhältst jährlich ein Glas Demeter Honig, welches du auch verschicken lassen kannst. Mehr Info auf www.mellifera.de/beegood

9 – UNTERSCHREIBE PETITIONEN UND WERDE AKTIV.

Nehme deine Verbraucher- und Bürgerrechte wahr, gebe deine Stimme auf dem Wahlzettel ab und unterschreibe Petitionen zum Thema. Unterstütze Organisationen, die auf agrarpolitischer und naturschutzpolitischer Ebene für die Lebensgrundlagen von Insekten und Bienen kämpfen. Mellifera, Stiftung Aurelia – Es lebe die Biene (die Prozesse vor dem EUGH führen), NABU, BUND, campact, change.org, Umweltinstitut München, Umweltspäher und viele weitere.

Oder welche Aktion kann deine Idee in die Welt setzen? Oben genannte Initiativen geben Know-how und Hilfestellungen für Vorhaben. Setze Dich für einen politischen Wandel ein, beispielsweise durch die direkte Ansprache lokaler Politiker oder Bundestagsabgeordneter. Oder durch Teilnahme an Protestveranstaltungen – wie der jährlich in Berlin und Tübingen stattfindenden Demo „Wir haben es satt!“.

10 – UNTERSTÜTZE UNSER PROJEKT.

Mellifera e.V. engagiert sich seit über 30 Jahren für die wesensgemäße Bienenhaltung und den Schutz der Bienen. Dies ist nur möglich Dank der vielen großen und kleinen Spenden. In Workshops, Veranstaltungen und Projekten engagiert sich der Verein mit seinen vielen Regionalgruppen für wesensgemäße, ökologische Bienenhaltung und einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende!

Silke Meyer und Rainer Kaufmann, Mellifera-Regionalgruppe Berlin


Du findest den 10-Punkte-Plan super?

Dann teile den Link mit deinen Freunden oder bestelle ein paar kostenlose Exemplare des entsprechenden Flyers in unserem Shop und gibt diese an Interessierte weiter.

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