Mellifera-Blog

Foto: Ralph Musen

Mit den Bienen durchs Jahr

Rückblick auf den Imkerkurs “Mit den Bienen durchs Jahr – Einführung in die wesensgemäße Bienenhaltung” 2018 in Gladbeck

Im letzten Jahr, nachdem ich des öfteren Vorträge über „Die Bedeutung der wesensgemäßen Bienenhaltung“ und „Die Bedeutung des Naturwabenbaus für eine gesunde Entwicklung des Biens“ gehalten hatte, entschloß ich mich mit DE IMMEN e.V., dem Mellifera-Ausbildungsverbund von Mellifera anzuschließen.

Mein Kurs war erfreulicherweise sehr schnell ausgebucht, die Kursteilnehmer kamen aus ganz NRW, von Osnabrück bis Siegen, dem Bergischen Land und dem Ruhrgebiet, ein Dutzend bienenbegeisterte Menschen, teil mit, teils ohne Vorkenntnisse, mal mit, mal ohne eigene Bienen.
Allen gemeinsam war der Wunsch eine Alternative zur konventionellen Bienenhaltung praktizieren zu wollen, weshalb sie sich für einen Kurs zur wesensgemäßen Bienenhaltung entschieden hatten.

Beim 1. Treffen erläuterte ich die Ursprünge, Hintergründe und Kriterien der wesensgemäßen Bienenhaltung, stellte die drei Bienenwesen vor, führte meine Kursteilnehmer durch das Bienenjahr, stellte die Imkerausrüstung vor und hatte verschiedenste Bienenwohnungen wie den Weißenseifer Hängekorb, einen Lüneburger Stülper, einen Kanitzkorb, eine selbstgebaute Mellifera-Einraumbeute, eine Dadantbeute und eine isolierte polnische Trogbeute, dabei.

Am 2. Tag ging es um die Bedeutung des Naturwabenbaus für eine gesunde Entwicklung des Biens und wir sprachen von den Lebenszyklen und Aufgaben im Bienenvolk, den Trieben und Formen im Bien und stellten die extensive Bienenhaltung der intensiven gegenüber. Nachmittags besuchte uns Stephan Rameil und stellte uns seine isolierte Hochwabenbeute Ramelli ll vor.

Bei unserem nächsten Treffen im Mai stand der Schwarm und die natürliche Vermehrung des Bienenvolks im Mittelpunkt. Es ging um Mutterschwärme, Tochterschwärme, das „ Restvolk“,
Imkern mit dem Schwarmtrieb und eher klassische Vermehrungstechniken. Zum ersten Mal ging es an die Völker und da ich in den Wochen zuvor 6 Schwärme zu Hause hatte, konnten wir gut die unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen und -stadien der noch jungen Völker beobachten.

Die Verarbeitung von Bienenprodukten war auch Teil des Kurses.Foto: Barbara Leineweber Beim 4. Tag ging es um die unterschiedlichen Bienenkrankheiten und die verschiedenen Varroabehandlungsmöglichkeiten. Hierfür hatte ich einen befreundeten Imkerkollegen, der auch Bienensachverständiger ist, als Referenten gewonnen. Am Nachmittag unternahmen wir eine Exkursion zu seinen Bienenvölkern. Dort konnten die Teilnehmer praktisch an der Varroadiagnose und der Völkerentwicklung arbeiten.

Der 5. Tag war dem Honig gewidmet: Ernte, Gewinnung, Pflege und Verarbeitung, Tracht- und Honigarten, Honigverordnung, Etikettierung, Steuern und Gesetze. 2 Stunden lang führten wir am Nachmittag eine professionelle Honigverkostung durch und den Abschluss bildete der Vorblick auf die Wintervorbereitung und das Einfüttern.

Nach einer Sommerpause stand beim letzten Kurstag das Wachs (klären und verarbeiten) und die Apitherapie im Vordergrund. Ich erläuterte die Grundzüge der Apitherapie und stellte „das Gute aus dem Bienenstock“ Wachs, Honig, Propolis und Pollen und ihre Verwendungsmöglichkeiten in der Apitherapie vor. Die Kursteilnehmer stellten im Anschluß daran in Kleingruppen eine ölige Propolislotion (verrieben), eine Lavendelsalbe und einen Lippenpflegestift her und konnten die Produkte mit nach Hause nehmen.

Immer wieder beschäftigten wir uns während des Kurses mit Texten und Aussagen Rudolf Steiners zum Wesens der Bienen, lasen Texte von Norbert Poeplau, Johannes Wirz und Martin Detail oder hörten Zitate und diskutierten darüber.

Was auch bei jedem Kurstag besprochen wurde: Wo stehen die Bienen in ihrer Volksentwicklung im Jahreslauf, welche Arbeiten ergeben sich daraus für den Imker und welche Trachtpflanzen stehen den Bienen grade zur Verfügung.

Barbara Leineweber mit ihren Bienen.Foto: privat Für mich persönlich stellte der Kurs eine sehr bereichernde Erfahrung dar. Zum einen durch die eigene inhaltliche und fachliche Vertiefung der genannten Themen, zum anderen durch das Diskutieren und Austauschen mit den Kursteilnehmern.

Spannend fand ich, was sich im Sozialen unter den Kursteilnehmern tat: Nicht nur Fahrgemeinschaften, auch Besuche an den Bienenständen, ein gemeinsames Wochenende mit einigen Teilnehmerinnen und mir zum Binden eines Weißenseifer Hängekorbes, eine Teilnehmerin läßt sich nun zur Bienenpädagogin ausbilden, eine weitere gründet in ihrem Umkreis eine Mellifera-Regionalgruppe.

Dazu kommt noch die vertiefte Verbundenheit zu De Immen und Mellifera. So trafen sich Anfang November alle Kursleiter des Ausbildungsverbundes (die Kurse finden in 18 Städten bundesweit statt) zu einem dreitägigem Arbeitstreffen, tauschten ihre Erfahrungen über die Kursinhalte, persönliche Schwerpunkte und Erfahrungen aus und arbeiteten noch einmal an den Alleinstellungsmerkmalen der wesensgemäßen Bienenhaltung, mit dem Ziel eine gemeinsame Arbeitsgrundlage auszuarbeiten und ein Handout für die Kursteilnehmer zu erstellen.

Eine bereichernde Erfahrung und neue Aufgabe und ich freue mich schon auf den nächsten Kurs und seine Teilnehmer/innen.

Barbara Leineweber, Demeter-Imkerein

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