Mellifera-Blog

Günther Mancke im November 2013 beim Hängekorb-Workshop an der Fischermühle. Foto: Katrin Langheinrich

Günther Mancke hinterlässt wertvolle Spuren

Er hat sein Leben der künstlerischen Arbeit gewidmet und bei Mellifera e. V. sichtbare Zeichen gesetzt. Am 30. September ist Günther Mancke im Alter von 95 Jahren gestorben. Unser Imkermeister Norbert Poeplau erinnert an ihn und sein Wirken.

Dass Formen zu Günther sprechen wurde mir klar, als er von seinem ersten Bienenvolk erzählte: „So in den 1950er Jahren bekam ich von einem Bauern ein Bienenvolk geschenkt, es war in einem schmalbrüstigen Kasten, der blau angestrichen war. Wenn man neu Bienen bekommt, sitzt man natürlich stundenlang davor. Dabei bekam ich den Zusammenhang zwischen innerem Wesen und äußerer Erscheinung einfach nicht überein – und das ist das wesentliche Prinzip, was durch meine ganze Entwicklung hindurchgeht. Das summende, warme Volkswesen, dieser unwahrscheinlich warme Duft, der in einem solchen Kasten drin ist, das ging nicht zusammen mit der Schmalbrüstigkeit und vor allem nicht mit der blauen Farbe, wo man nur Kälte empfinden kann.“

Mit seinem künstlerischen Anspruch begann Günther Mancke nach einer Bienenwohnung zu suchen. Die runden Strohkörbe der Heideimker schienen ihm dem Leben eines Bienenvolkes schon mehr zu entsprechen. Durch einen umfangreichen Austausch mit Imkern, durch eigene Beobachtungen wildlebender Honigbienen und durch zahlreiche Plastizierübungen hat Günther so über Jahre hinweg einen eigenen Bienenkorb entwickelt, der seinen Ansprüchen gerecht wurde. Der Weißenseifener Hängekorb ist eines seiner bedeutenden Lebenswerke geworden. Einige seiner Gedanken als Bienenfreund und Imker hat er dazu in dem Buch „Der Weißenseifener Hängekorb: Eine Alternative zur Bienenzucht“ aufgeschrieben. „Man muss der Form ansehen, wie die Bienen aus dem Umkreis kommend, der Leitlinie des Anflugtrichters folgend, im Korb Nektar und Pollen abgeben und wieder den Flug in die Weite nehmen …“

Der Weißenseifner Hängekorb vor dem Mellifera-Vereinsgebäude an der Fischermühle.Foto: Norbert Poeplau Getragen von der Freundschaft zu Imkern der Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung, hat Günther im unmittelbaren Umfeld der Imkerei Fischermühle einige Kunstwerke gestaltet. Da sind zunächst der Weißenseifener Hängekorb direkt vor dem Eingang und die Skulptur „Der Bien zwischen Himmel und Erde“ – aus dessen Formensprache das Mellifera Logo entwickelt wurde. Viel Arbeit und Zeit ist in das Kunstprojekt „Die Bienenwachskugel“ von Günther und anderen Imkern investiert worden.

Wichtig war Günther dabei immer, dass die Kunstwerke aus Prozessen heraus entstanden und oft waren dabei mehrere Menschen beteiligt. Es war ihm ein Anliegen, die Menschen in die Prozesse einzubeziehen und mitzunehmen. Vielen Dank dafür.

Es wird deutlich, dass Günther Mancke mit seinem Ansatz ein Pionier der wesensgemäßen und ökologischen Bienenhaltung war. Es ist uns ein Anliegen die Bienenhaltung in seinem Sinn weiterzuentwickeln.

In diesem Video stellt Mellifera-Gründer Thomas Radestzki die Skulptur “Der Bien zwischen Himmel und Erde” von Günther Mancke vor. Zum Video

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Über den Autor:
Norbert Poeplau

Imkermeister

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