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Wie wir arbeiten – und warum wir eine gUG gegründet haben

Mit der Gründung der Netzwerk Blühende Landschaft gUG geht Mellifera einen wichtigen Schritt – für mehr Zusammenhalt im Verein.

Do 7. Mai 2026 von Terra Pasqualini BieneMenschNatur.49, Hypes&Hoffnungen
 (Foto: Michèle Brunnmeier)
(Foto: Michèle Brunnmeier)

Wenn man auf ein Bienenvolk schaut, sieht man nicht nur ein summendes Gewusel. Man sieht ein System, das auf Arbeitsteilung, klare Rollen und erstaunliche Effizienz setzt. Jede Biene hat ihren Platz – und doch ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. In diesem Geist arbeiten auch wir bei Mellifera e. V..

Um dieses Zusammenspiel weiter zu stärken, haben wir eine neue rechtliche Struktur gegründet: die gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG) „Netzwerk Blühende Landschaft“. Was das bedeutet – und warum das für uns ein sinnvoller Schritt ist –, erklären wir hier.

Ein Verein mit vielen Facetten

Mellifera e. V. ist seit 40 Jahren ein lebendiger Organismus: mit Fachstellen, Initiativen, Projekten, Netzwerken, Bildungsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und viel Engagement aus der Zivilgesellschaft. Wir arbeiten an verschiedenen Themen, mit unterschiedlichen Partnern – aber immer mit dem übergeordneten Ziel, eine enkeltaugliche Welt für Biene, Mensch, Natur mitzugestalten.

Ein Teil davon ist das „Netzwerk Blühende Landschaft“ (NBL). Seit seiner Gründung 2003 verfolgt es das Ziel, blühende Lebensräume für Bienen und alle anderen blütenbesuchenden Insekten zu schaffen – auf Äckern, Wiesen, in Städten und Dörfern. Über die Jahre hat sich das NBL zu einem starken Bündnis aus Organisationen, Kommunen, Landwirt*innen, Engagierten und Fachleuten entwickelt.

Mit dem wachsenden Interesse an gemeinschaftlichen Projekten rund um Blühflächen und Biodiversitätsförderung in der Kulturlandschaft stiegen auch die formalen Anforderungen – insbesondere bei größeren Kooperationen und Förderanträgen. Es wurde deutlich: Wir brauchen hier mehr Flexibilität und Handlungsfähigkeit.

Warum eine gUG?

Die neue gUG ist eine ergänzende Struktur, die es uns ermöglicht, als juristische Person handlungsfähiger zu sein – dort, wo Mellifera e. V. als Verein mit Sitz in Rosenfeld an seine Grenzen stößt.

Mit der gUG können wir eigenständig Anträge stellen, Projektmittel verwalten, rechtliche Anforderungen passgenau erfüllen und auf Kooperationsanfragen zügiger reagieren. Das ist gerade in komplexeren Förderlandschaften von Vorteil – etwa bei Landesprogrammen, Stiftungskooperationen oder Bildungsverbänden.

Wichtig ist: Gesellschafter der gUG ist allein Mellifera e. V. – wir behalten also die volle inhaltliche Verantwortung. Auch die Steuerung der gUG erfolgt im engen Schulterschluss zwischen den Führungsebenen. Dazu gibt es einen eigens aufgesetzten Vertrag. Die gUG ist kein Nebenweg, sondern ein Werkzeug – und Teil unseres gemeinsamen Ganzen.

Wie im Bienenvolk braucht es auch zwischen Verein und gUG klare Aufgabenverteilungen, Kommunikation und Vertrauen. Die gUG wird überall dort aktiv, wo Projektformate, Kooperationsformen oder rechtliche Anforderungen nicht gut in die bestehende Vereinsstruktur passen, aber inhaltlich voll in unsere Vision fallen.

Die Leitung der gUG hat Dr. Matthias Wucherer übernommen – langjähriger Mitarbeiter und Leiter des NBL, mit viel Erfahrung in Projektarbeit, Netzwerkentwicklung und Fachkommunikation. In enger Abstimmung mit dem Mellifera-Vorstand sorgt er dafür, dass aus zwei Formen ein gemeinsames Anliegen spricht.

Wir begreifen das als Experiment im besten Sinne: lernen, justieren, wirken – in Verantwortung für das große Ganze.

Ein Beispiel für zukunftsfähige Vereinsarbeit

In Zeiten wachsender Komplexität und begrenzter Ressourcen brauchen auch gemeinnützige Organisationen Strukturen, die flexibel, wirksam und verantwortungsvoll zugleich sind. Die Gründung der gUG ist für uns ein Schritt in diese Richtung.

Sie ermöglicht mehr Handlungsspielraum – ohne unsere Prinzipien aus den Augen zu verlieren. Sie schafft neue Möglichkeiten – ohne das Bestehende zu ersetzen.
Ein Bienenvolk, das zusammenarbeitet. Mit verschiedenen Rollen, klarer Abstimmung – und einem gemeinsamen Ziel: Biene, Mensch und Natur in Einklang zu bringen.


Biene sitzend auf Blüte
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