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Wildbiene des Jahres: Senf-Blauschillersandbiene Foto: Ronald Burger

Arten des Jahres 2019

Was haben die Senf-Blauschillersandbiene, die Besenheide und der Schachbrettfalter gemeinsam? Alle drei sind zu Arten des Jahres 2019 erklärt worden und mögen eher ungedüngte Standorte. Eine Vorstellung:

Wildbiene des Jahres 2019

Die Senf-Blauschillersandbiene (andrena agilissima) fällt mit ihren 13-15mm Körperlänge und ihren blauschillernden Flügeln, inklusive Hinterleib, unter den Wildbienen auf. Insbesondere die Männchen wirken durch ihr rasantes Flugverhalten sehr agil(issima).
Wie 75% der Wildbienen nistet die Art im Erdboden. Dabei bevorzugt sie trockene Plätze an sandigen Bodenanrissen, Steilhängen, Löss- oder Lehmwänden. Die Sandbiene ist damit auf unbefestigte Wegränder, Ackerbrachen und Wildkrautfluren angewiesen. Auf Kreuzblütler spezialisiert sammelt der Blütenbesucher mit Vorliebe Pollen von Ackersenf, aber auch von Raps, Weiß-Senf, Ölrettich, Barbarakraut und Hederich. Die Flugzeit ist auf Anfang Mai bis Anfang Juli begrenzt. So verpasst die Wildbiene des Jahres oftmals die großflächig angebaute Rapsblüte nur um ein paar Flügelschläge. Futterpflanzen und Nistplatz dürfen zudem nicht mehr als 1km voneinander entfernt sein. Dies macht es der sonst agilen Biene in unserer aus- und aufgeräumten Feldflur mit dem Fokus auf einige wenige Kulturpflanzen zunehmend schwerer, Generationen auszubilden. In einigen deutschen Bundesländern gilt die Art daher als stark gefährdet.

Was tun für die Sandbiene?
Offene Bodenanrisse dulden bzw. schaffen und das Umfeld für das Thema sensibilisieren. Am besten im März Kreuzblütler-Aussaatflächen oder bewusst belassene Wildfluren in räumlicher Nähe zu den erwähnten Boden-Nistplätzen fördern.
Anleitung Nisthilfenbau für Steilwandbewohner

Blume des Jahres 2019

Blume des Jahres: BesenheideFoto: pixabay Die Besenheide (calluna vulgaris) ist wie der Name schon andeutet in Heide- und Weidelandschaften anzutreffen, also auf offenen, sandigen und sauren Standorten. Auch Waldränder, Sandgruben und Dünen, Hochmoore, Magerrasen, Altbrachen – selbst Straßenränder scheut die Blume des Jahres nicht. Die feinen lila Blütenstände sind ab August zu bewundern und ziehen eine Vielzahl von Insekten an. Diese schätzen die bis zu 40 Jahre alt werdende Besenheide als verlässliche Futterquelle und Brutstätte.

Was tun für die Besenheide?
Einen Ausflug nach Norddeutschland in die großen Heidegebiete oder in die bodensauren Mittelgebirge (Schwarzwald, Hunsrück, Sauerland, Harz) bietet die Möglichkeit, sich bei Biotopflegeeinsätzen, Führungen und anderen Aktionen zu beteiligen und die Besenheide ggf. hautnah zu erleben. Weitere Infos

Schmetterling des Jahres 2019

Schmetterling des Jahres: SchachbrettfalterFoto: Holger Loritz Der Schachbrettfalter (melanargia galathea) mag es nährstoffarm, wie die Besenheide. Ungedüngte, blütenreiche Wiesen ziehen den 40-50mm großen, kontrastreich gemusterten Falter besonders an. Des Schachbretts Lieblingsblütenfarbe ist übrigens violett: Flockenblumen-, Kratzdistel- oder Skabiosen- und Knautiennektar „zapft“ er bevorzugt an.

Was tun für den Schachbrettfalter?
Wiesen mosaikartig mähen und Bereiche alternierend stehen lassen (z.B. ein paar Meter breite Randstreifen abwechselnd jedes 2. Mal mähen). Trockenwarme, nährstoffarme Gartenbereiche können mit Hilfe von standortabgestimmten Ansaaten in blühende Rückzugsinseln verwandelt werden. Handlungsempfehlungen zum Thema gibt es beim Netzwerk Blühende Landschaft.

Quellen:
Wildbienen Kataster
Loki Schmidt Stiftung
BUND NRW

Über die Autorin
Autor Marie Holler

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