Plastik ist in unserem Alltag allgegenwärtig: von Küchenutensilien und Lebensmittelverpackungen bis hin zu landwirtschaftlichen Produkten. Wir nutzen es so selbstverständlich, dass wir selten darüber nachdenken, was mit dem Müll nach seiner Nutzung passiert. Dabei ist nicht nur das sichtbare Plastik in der Natur ein Problem, sondern – oder eher „vor allem“ – auch das „unsichtbare“ Mikroplastik.
Fünf Jahrzente Mikroplastik-Forschung
Seit 1971 gibt es Forschungsergebnisse zu Mikroplastik in Larven der Köcherfliege (Trichoptera). Diese Forschung hat erstmals aufgezeigt, dass diese Müllpartikel als Baumaterial für ihre Gehäuse genutzt werden. Dies war die erste Bestätigung, das Plastikpartikel im Mikrokosmos der Insekten angekommen sind. Nach der ersten Erkenntnis von Mikroplastik bei Trichoptera sind 7 folgende Forschungsprojekte angelaufen mit dem Ziel festzustellen, wie und wo Mikroplastik Insekten beeinflusst.
Plastik gelangt auf vielfältige Weise in die Körper von Insekten. Die winzigen Partikel sind mit bloßem Auge kaum sichtbar, können den Insekten aber dennoch schaden. Insgesamt zeigt sich, dass Plastik nicht nur über eine einzige Quelle in Insekten gelangt, sondern auf vielen Wegen. Diese Plastikteile können sich dann im Körper anreichern und ihre Gesundheit oder ihr Verhalten negativ beeinflussen. Sei es über die Nahrung, die Luft oder im Zuge des Nestbaus. Das Mikroplastik im Körper kann zu großen Schäden bei den Insekten führen.
Die Gefahren von Mikroplastik
Wenn Bienen, Schmetterlinge oder Käfer Mikroplastik verschlucken, reizt das ihren Darm. Dies erschwert die Aufnahme von Nährstoffen, was zu Schwäche und vermindertem Wachstum führt. Darüber hinaus haben einige Wissenschaftler*innen festgestellt, dass Mikroplastik das Gehirn und das Gedächtnis von Insekten beeinflussen kann. So können Bienen beispielsweise die Fähigkeit verlieren, bestimmte Blütengerüche zu erkennen, und Schwierigkeiten haben, den Weg zurück ins Nest zu finden.
Die Universität Freiburg hat eine Webseite erstellt, die die Risiken und Folgen von Mikroplastik für Bienen und andere Bestäuber verständlich erläutert. Die Seite stützt sich dabei auf wissenschaftliche Studien, die Organschäden, Verhaltensänderungen und den Rückgang wichtiger Insektenfunktionen belegen.
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Jurjen Molenaar, Netzwerk Blühende Landschaft