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Klatschmohn - Blume des Jahres 2017

Die Blume des Jahres 2017 liefert reichlich Pollen für Bienen, Hummeln & Co

Mit der Wahl des Klatschmohns zur „Blume des Jahres 2017“ möchte die Loki-Schmidt-Stiftung auf die Pflanzengesellschaft der Ackerwildkräuter aufmerksam machen, die zunehmend bedroht sind durch den Einsatz von Herbiziden in der Landwirtschaft.

Der Klatschmohn (lat. „Papaver rhoeas“) ist nicht ursprünglich bei uns heimisch. Seine Herkunft wird in Nordafrika und Eurasien vermutet, wo sich der Ackerbau zuallererst entwickelt hat. In der Jungsteinzeit kam die Pflanze dann mit dem Getreide nach Europa.

Warme kalkreiche und stickstoffreiche Lehmböden sind bevorzugte Wuchsorte des Klatschmohns. Da er bis 1m tief wurzelt, kann er auch mit Trockenheit ziemlich gut umgehen.

Biene und Schwebfliege an einer Mohnblume Seine Blütezeit fällt zwischen Mai und Juli/August. Um keimen zu können, braucht er nackte Bodenstellen; er ist eine sogenannte Pionierpflanze. Diese Gegebenheiten findet er einerseits auf Äckern, wo durch das wiederholte Umpflügen immer wieder Rohbodenverhältnisse geschaffen werden; andererseits aber auch an Bau- und Schuttplätzen, wo regelmäßig Erdbewegungen stattfinden. Dort überzieht der ein-bis zweijährige Klatschmohn für kurze Zeit die Fläche mit einem auffälligen roten Blütenschleier. Ebenso schnell verschwindet er jedoch wieder, sobald die zwar langsamer wachsenden aber auf lange Sicht konkurrenzstärkeren mehrjährigen Pflanzenarten das Feld erobern. Pflanzensoziologisch gehört der Klatschmohn in die kalkreichen Getreideäcker (Caucalidion).

Der Gattungsname „Papaver“ leitet sich ab vom lateinischen Wort „papa“ (Brei), und „vernum“ (echt) weil früher wohl den Kindern etwas Mohn als Schlafmittel in ihren Brei gerührt wurde. Der Artname „rhoeas“ kommt von „rhoia“ (fließend) und nimmt Bezug auf den weißen Milchsaft, der bei Verletzung der Pflanze austritt. Heute ist der Klatschmohn als Beruhigungsmittel nicht mehr von Bedeutung, weil seine medizinische Wirkung nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte. Man findet die Mohnblätter aber gelegentlich als sog. „Schmuckdroge“ in Kräutertees wieder. Der nahe verwandte Schlafmohn (Papaver somniferum) hat eine weitaus stärkere ruhigstellende Wirkung; aus seinem Milchsaft kann natürliches Opium gewonnen werden.

Die Blüten des Klatschmohns liefern keinen Nektar, dafür aber reichlich schwarzen Pollen. Der Pollen wird in einem bestimmten Tagesrhythmus gebildet: bis 10 Uhr morgens stehen die größten Mengen an Pollen zur Verfügung. Daher wird der Klatschmohn besonders zu dieser Tageszeit sehr gerne von Hummeln und Bienen besucht. Aufgrund seiner Beliebtheit bei Blütenbestäubern, aber auch seiner Attraktivität für das menschliche Auge wird er häufig als Bestandteil von Blühmischungen eingesetzt.

Die Blüten welken bereits nach 2 Tagen und die Samenbildung setzt ein. Die kleinen schwarzen Mohnsamen werden vom Wind aus der Samenkapsel geblasen und auf diese Weise bis zu 4m im Umkreis der Mutterpflanze verteilt. Der Mohnsamen für die Verarbeitung in Lebensmitteln stammt jedoch vom Schlafmohn, welcher zu diesem Zweck als landwirtschaftliche Kultur angebaut wird. Eine gewisse Konzentration an Opiaten (v.a.Morphin) findet man zwar auch in den Samen, sie bleibt aber normalerweise im unwirksamen Bereich.

Weitere Infos zum Projekt „Blume des Jahres“ gibt es auf den Seiten der Loki-Schmidt-Stiftung

Quellen: www.naturlexikon.com, www.botanikus.de

Über die Autorin
Autor Anna Kohnle

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