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Vom grünen Rasen ... zum blühenden Rasen

Ein grüner Rasen im Garten ist praktisch, jedoch nicht besonders wertvoll für Insekten. Mit ein paar Handgriffen kann man das ändern und ihn in einen Blumenrasen umwandeln.

Mo 25. Mai 2026 von Gastautor*in BieneMenschNatur.50, Bienenweide
Ein blühender Park: Eine Wohltat für Biene und Mensch. (Foto: Jessica Hoffmann)
Ein blühender Park: Eine Wohltat für Biene und Mensch. (Foto: Jessica Hoffmann)

Er prägt das Bild in Wohnsiedlungen, Hausgärten oder öffentlichen Parks: Der Gebrauchsrasen. Grün und gut betretbar. Doch für blütenbesuchende Insekten ist das eine grüne Wüste mit nur sehr wenigen Blüten. Mit ein paar Handgriffen kann man das ändern und ihn in einen Blumenrasen umwandeln. Der Rasen erhält dabei seine Eigenschaften weitgehend und bietet Biene, Hummel & Co. wertvolle Nahrung und Lebensraum.

Herkömmlich wird ein Gebrauchsrasen in der Wachstumsphase und je nach Zustand, Wuchs und Nutzung 15 bis 25 Mal pro Jahr, also alle zwei Wochen bis sogar zwei Mal die Woche gemäht. Häufiges Mähen ist sehr arbeits- und ressourcenintensiv. Je häufiger gemäht wird, desto geringer ist auch die Artenvielfalt der Fläche.

Planung

Eine Pflegeumstellung hin zu einem artenreicheren Gebrauchsrasen mit Blühinseln und -flächen muss der aktuellen bzw. zukünftigen Nutzung als Park oder Privatgartenfläche angepasst sein:

  • In welchen Bereichen kann seltener gemäht werden und mehr Blühpflanzenaufwuchs ohne Beeinträchtigung der gewohnten Nutzung des Gesamtareals möglich sein?
  • Ist es für die Nutzung sinnvoller Areale festzulegen, die seltener gemäht werden, oder sollen diese Blühinseln “wandern”?

Gebrauchsrasen hat das Potenzial, sich durch Umstellung der Pflegemaßnahmen über mehrere Jahre zu einem Blumenrasen weiterzuentwickeln.

Aktion

Das Mähen von Gebrauchsrasen ist notwendig, um die Strapazierfähigkeit zu erhalten.

Wichtig ist zu unterscheiden: Gebrauchsrasen hat einen hohen Nährstoffbedarf, der zum Teil durch das Zurücklassen des Schnittguts auf der Fläche gedeckt wird. Im Umfeld von Blühflächen, wo gezielt die Pflanzen- und Kräutervielfalt erhöht werden soll, muss das Mähgut allerdings entfernt werden.

Was darf wachsen?

Blumenrasen bestehen aus schnittverträglichen, regenerationsfähigen und vorwiegend einheimischen Gräsern sowie einem etwas höheren Anteil an Blumen- und Kräuterarten (ca. 25 Arten). Die Arten sind anspruchslos und trittverträglich. Die Wuchshöhe der Pflanzen beträgt maximal 10 bis15 Zentimeter. Durch regelmäßiges Mähen wird ein gepflegter Eindruck vermittelt – oft Maßtab einer öffentlich sichtbaren Fläche. Blumenrasen eignen sich auch für begehbare Flächen und Randbereiche von hochwachsenden Blumenwiesen (sogenannte Sauberkeitsstreifen).

Typische schnittverträgliche Arten eines Blumenrasens sind: Schafgarbe, Wiesenschaumkraut, Löwenzahn, Gemeine Margerite, Pippau, Echtes Labkraut, verschiedene Habichtskräuter, Ehrenpreis, Gänseblümchen und weitere.

Der Blumenrasen unterscheidet sich von der Blumenwiese durch seinen niedrigeren Wuchs und den geringeren Anteil von Blütenpflanzen. Ein Blumenrasen kann durch gezielte Pflegemaßnahmen zu einer Blumenwiese entwickelt werden.

Wie oft mähen?

Der erste Schnitt erfolgt spätestens Anfang Mai. Später wird – den Nutzungsansprüchen angepasst – alle 4 bis 6 Wochen gemäht. Bei der Mahd sollten einige Blumeninseln stehen bleiben, um Insekten und Kleintieren einen Rückzugsort zu ermöglichen und die Versamung der Blumen zuzulassen. Der Ort dieser Blumeninseln kann über die Jahre variieren. Bei längerer Standzeit und entsprechend höherem Aufwuchs ist hier die Mahd mit einer Sense erforderlich, ansonsten wird der Blumenrasen mit üblichen Rasenmähern gemäht.

aus: Handbuch Wege zu einer blühenden Landschaft


Biene sitzend auf Blüte
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