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Frühlingblüher für Biene, Mensch, Natur: Jetzt pflanzen!

Nicht nur wir Menschen sondern auch unsere Blütenbestäuber freuen sich über erste bunte Frühlingsboten nach einem langen Winter. Zwiebel- und knollenbildende Frühlingsblüher können hier willkommene Augenweiden für uns Menschen und erste Nektar- und Pollentankstellen für Biene, Hummel & Co sein. Sie sollten jetzt gepflanzt werden. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie hier.

Aus dem reichen Sortiment der frühblühenden Zwiebel- und Knollenpflanzen gibt es einige nahrhafte Varianten für Blütenbesucher (s.u.). Je nach Art und Sorte lassen sie sich in den verschiedensten Bereichen im Garten oder auf kommunalen Flächen verwenden: in Blumenrabatten, unter lichten Gehölzen, als Mischpflanzung mit Stauden, im Rasen, im Topf oder Kübel oder auf dem begrünten Dach.

Die meisten Arten bevorzugen mäßig nährstoffreiche, pH-neutrale Standorte, die im Frühling frisch und feucht und im Sommer eher trocken und durchlässig sind. Schwere Böden mit Staunässe werden nicht vertragen und führen leicht zum Faulen der Zwiebeln und Knollen. Ausnahme: Schachbrettblume und Märzenbecher kommen auch mit staunassen Standorten zu Recht.

Wildtulpen werden von Bienen gerne beflogen.Foto: Günter Klössinger Besonders nachhaltig sind Zwiebelpflanzen, die „verwildern“. Sie können jahrelang am gleichen Standort bleiben und vermehren sich von selbst über Brutzwiebeln oder Samen. Allerdings gilt es, hier einige Pflegehinweise zu beachten (s.u.). Verwilderungsfähige Arten und Sorten sind im Fachhandel speziell gekennzeichnet. Wie oft in der Natur braucht es auch bei verwildernden Arten manchmal länger, bis sie sich merklich verbreiten. Sinnvoll ist es, mit verschiedenen Sorten zu experimentieren (z.B. beim Elfenkrokus mit der Wildform und den Sorten) Schachbrettblume und Winterling können schwieriger zu etablieren sein.

Die Pflanzung der Zwiebeln und Knollen erfolgt ab September bis November in feuchtem, aber frostfreiem Boden. Je früher gepflanzt wird, desto besser können die Zwiebeln noch vor dem Winter Wurzeln bilden. Als Faustregel für die Pflanzung gilt: Pflanztiefe mindestens zweifache Zwiebelhöhe. Zu tiefes Pflanzen verzögert das Wachstum und die Blüte im ersten Jahr. Tiefer in den Boden kommen Wildtulpen (20 cm) und Wildnarzissen (15 cm). Bei sehr schweren Böden kann das Pflanzloch durch großzügiges Beimengen von Sand oder Splitt aufgelockert werden. Für größere Mengen gibt es Ausstecher, die mit dem Fuß betätigt werden und für großflächige Pflanzungen z.B. in Parks oder auf großen Beeten gibt es spezielle Pflanzmaschinen, die beim Blumenzwiebelgroßhandel ausgeliehen werden können.

Krokusse, Anemonen oder Märzenbecher wirken erst richtig, wenn sie großzügig und großflächig gepflanzt werden. Der Naturgärtner Reinhart Witt empfiehlt 15-20 Stück/m². Bei Arten, die sich von selbst ausbreiten, beispielsweise Blaue Anemonen, Elfenkrokus, Winterlinge und Scilla sind geringere Pflanzdichten möglich.

Gerade mit Kindergarten- und Schulkindern lassen sich öffentlichkeitswirksame Zwiebelpflanzaktionen durchführen.Foto: Milana Müller Blumenzwiebeln, die Jahr für Jahr erneut blühen sollen, brauchen zwar nicht viel Pflege; trotzdem gibt es Einiges zu beachten:
Zwiebeln, die nicht sofort nach dem Kauf gepflanzt werden, sollen kühl, trocken, luftig und dunkel aufbewahrt werden. In einem normal versorgten Boden ist eine Düngung von Frühlingsblühern nicht unbedingt nötig. Lässt der Wuchs erkennbar nach, kann man vorsichtig organisch düngen. Günstig wirkt sich eine schützende Laubdecke über den Winter aus.

Werden verwildernden Arten wie der Elfenkrokus in den Rasen gepflanzt, darf erst gemäht werden, wenn das Laub abgestorben ist (ca. 6 Wochen nach der Blüte), damit die Pflanzen wieder genügend Reservestoffe für eine kräftige Blüte im nächsten Jahr sammeln können. Lässt sich das Mähen nicht vermeiden, empfiehlt es sich, in Gruppen zu pflanzen und um die Anpflanzungen herum zu mähen. Bodenlockerung und Betreten der Beete, wenn sich die Zwiebelgewächse über den Sommer erneut entwickeln, wirken sich negativ aus, ebenso wie chemische Pflanzenschutzmittel.
Natürlichen Schwund kann es durch Wühlmäuse geben, die gerne z.B. Wildtulpenarten, Gelbe und Kleine Krokusse fressen. Abhilfe: Gitterkörbe in denen die Zwiebeln gepflanzt werden. Andere Arten wie Schneeglöckchen, Märzenbecher oder Narzissen werden meist verschont. Nacktschnecken können bei Scilla und der Schachbrettblume zum Problem werden.

Liste bienenfreundlicher Zwiebel- und Knollenpflanzen

Name Botanische Bezeichnung Blütezeit Standort
Schnittlauch Allium schoenoprasum V-VI Sonnig, mager, auch für Dachgärten
Bärlauch Allium ursinum V Halbschatten, feucht
Blaue Anemone Anemone blanda II – IV Sonne – Halbschatten, auch Steingarten
Buschwindröschen Anemone nemorosa IV Schatten, feucht
Schneeglanz Chionodoxa alle III-IV Sonnig, warm, Rasen
Lerchensporn Corydalis alle III – IV Halbschattig, frische, feuchte Böden
Krokus Crocus alle II – III Überall
Winterling Eranthis alle II – III Halbschattig, frische, feuchte Böden
Schachbrettblume Frittilaria meleagris IV Halbschattig, feucht, tiefgründig, nährstoffreich
Hyazinthen Hyacinthoides, alle IV – V Halbschattig, trocken, sandig
Schneeglöckchen Galanthus nivalis II – III Halbschattig, feucht, durchlässig
Märzenbecher Leucojum vernum II – III Schattig, lehmigfeucht
Traubenhyazinthe Muscari armeniacum III – V Sonnig – halbschattig, durchlässig
Dichternarzisse Narcissus actaea poeticus IV Sonnig – halbschattig, humos
Narzisse Narcissus obvallaris III Sonnig, halbschattig, humos
Milchstern Ornithogalum umbellatum IV – V Sonnig, durchlässig
Blausternchen Scilla alle, außer peruviana III – IV Halbschattig , auch Rasen
Weinbergtulpe Tulipa sylvestris IV sonnig
Wildtulpe Tulipa bakeri in Sorten III – IV Sonnig, Steingärten

Es empfiehlt sich, Blumenzwiebeln aus ökologischem Anbau zu kaufen (z.B. bei Bingenheimer Saatgut).
Hier wird auf den Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden verzichtet.

Dieser Artikel ist eine gekürzte Version. Der Originalartikel ist in bienen & natur 09/2017 erschienen.

Über den Autor
Autor Barbara Heydenreich
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