Bienen schützen

Bienen und Honig vor Agro-Gentechnik schützen

Beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen kann auch gentechnisch veränderter Pollen im Honig landen. Wir und viele andere Imker, Honigkunden und Verbraucher wollen das nicht!

Ein Bienenvolk sammelt Nektar und Pollen in einem Gebiet von bis zu 30 km² rund um den Bienenstock. Die Bienen unterscheiden dabei nicht zwischen Gentechnikanbau und gentechnikfreien Flächen. Eine Koexistenz von gentechnisch veränderten und unveränderten Pflanzen, wie sie die EU-Kommission propagiert, ist nicht möglich.
Die Auswirkungen sind derzeit noch nicht absehbar, da es keine unabhängigen Langzeitstudien gibt. Die notwendige Sicherheitsforschung wird sträflich vernachlässigt.

Es gibt jedoch Anhaltspunkte, dass es einen horizontalen Gentransfer gibt, das heißt die gentechnisch veränderten Proteine setzen sich in den Darmbakterien der Honigbienen ab. Befürchtet wird auch eine direkte giftige Wirkung auf Bienen. Durch den gentechnischen Eingriff erzeugt jede Zelle dieser Pflanzen das Gift des Bacillus thuringiensis (Bt), das sie vor Fraßinsekten schützen soll. Es liegt daher nahe, dass die Bienen eine erhebliche Menge von Bt-Toxinen aufnehmen. Wenn man bedenkt, dass 2013 weltweit auf 175 Millionen Hektar Fläche gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut wurden ist es abwegig, davon auszugehen, Agro-Gentechnik hätte keine Effekte auf die Gefährdung der Bienen.

Seit 2007 setzen wir uns vor Gericht gegen den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) ein:

Bündnis zum Schutz der Bienen


FAQ zur Agro-Gentechnik

Was ist Agro-Gentechnik?

Nach deutschem Gentechnik-Recht ist ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) „…ein Organismus, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie es unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt.“ Das bedeutet, dass in der Agro-Gentechnik Pflanzen durch gentechnische Verfahren künstlich geschaffen werden, die in unserer Natur mit herkömmlichen Verfahren wie Zucht und Kreuzung nicht entstehen würden.

Wie funktioniert Agro-Gentechnik?

Konkret werden dabei einzelne Abschnitte aus der DNA eines Organismus isoliert, mit anderen Abschnitten neu kombiniert und dann in den Zellkern eines anderen Organismus übertragen.

Bei der Agro-Gentechnik sind die Pflanzen entweder mit einer Herbizidresistenz (57%), Genen zur Produktion eines eigenen Insektengifts (15%) oder beidem (28%) ausgestattet. Herbizid-resistente Pflanzen sind in der Regel gegen den Wirkstoff Glyphosat resistent. Glyphosat ist ein Totalherbizid. Der bekannteste Handelsnamen von Glyphosat ist „Roundup“, daneben gibt es noch viele weitere. Ein Totalherbizid vernichtet alle Pflanzen. Auf einem Acker mit herbizidresistenten Pflanzen bleiben nach einer Anwendung von Roundup nur diese stehen. Alle anderen Pflanzen gehen zugrunde.

Insektengiftige Pflanzen produzieren durch die gentechnische Veränderung ein Insektenvernichtungsmittel (Insektizid). Schadinsekten werden beim Fraß der Pflanze getötet. Der Mais MON810 ist schädlingsresistent. Diese Maissorte der Firma Monsanto wurde mit einem Gen des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) verändert. Dadurch produziert die Pflanze in allen Pflanzenteilen den Giftstoff dieses Bakteriums. Frisst nun die Larve des Maiszünslers an der Maispflanze, so nimmt sie diesen Giftstoff auf und verendet. Bei anderen Insekten ist keine unmittelbar tödliche Wirkung durch diesen Giftstoff festgestellt worden. Schädigungen der erwachsenen Insekten sowie vor allem der Larvenstadien sind jedoch bei keinem Insekt, das sich von solchen GT-Pflanzen ernährt, ausgeschlossen.

Völlig unvorhersehbar sind sowohl die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Genen als auch die sogenannten Positionseffekte. Sie sind darauf zurückzuführen, dass identische Gensequenzen an unterschiedlichen Positionen in der DNA völlig unterschiedliche Funktionen ausüben können.

Welche Pflanzen werden gentechnisch verändert?

Agro-Gentechnik wird im wesentlichen bei nur vier Pflanzenarten angewendet:

  • Soja (47%)
  • Mais (32%)
  • Baumwolle (14%)
  • Raps (5%)

(Quelle: ISAAA 2014)

Wo wird Agro-Gentechnik eingesetzt?

90% der weltweiten Anbaufläche von Gentechnik-Pflanzen liegt in nur fünf Staaten:
USA (40%), Brasilien (23%), Argentinien (13%), Indien und Kanada (jeweils ca. 6%). Gentechnik ist nicht – wie oftmals suggeriert – weltweit verbreitet. Lediglich auf 2,7% der gesamten landwirtschaftlichen Fläche weltweit werden Gentechnik-Pflanzen angebaut. (Quelle: ISAAA 2014)

Wird Agro-Gentechnik in Europa angebaut?

In der EU ist seit 1998 der gentechnisch veränderte Mais MON810 zugelassen. 2013 stand MON810 mit 148.013 ha auf 0,13% der europäischen Ackerfläche. In Spanien und Portugal befindet sich mit 145.133 ha die größte Fläche.

Demnächst könnte der Gentechnik-Mais 1507 eine Zulassung erhalten. Hierüber entscheidet die EU-Kommission.

Wird Agro-Gentechnik in Deutschland angebaut?

Von 2005 bis 2008 wurde in Deutschland der Gen-Mais MON810 zu kommerziellen Zwecken angebaut. Im Jahr 2008 wurden 3.171 ha Fläche mit dem Mais bestellt (0,15% der gesamten deutschen Maisanbaufläche). Die Anbauflächen lagen überwiegend in Brandenburg, Sachen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern. Seit April 2009 ist der Anbau des MON810 verboten.

Von 2010 bis 2013 war der Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora erlaubt.

Welche Risiken gibt es?

Zu den Gesundheitsauswirkungen eines längerfristigen Verzehrs von Gentechnik-Pflanzen gibt es fast keine unabhängigen Untersuchungen. Allerdings gibt es Hinweise auf Risiken: Laut einer Langzeit-Studie des österreichischen Gesundheitsministeriums wurde die Fruchtbarkeit von Mäusen, die mit einer gentechnisch veränderten Maissorte des US-Konzerns Monsanto gefüttert wurden, signifikant beeinträchtigt.

Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass das Immunsystem durch die Aufnahme von gentechnisch veränderten Pflanzen beeinflusst werden kann. Aber auch die Giftigkeit des bei Gentechnik-Pflanzen massiv eingesetzten Herbizids Roundup (Wirkstoff Glyphosat) und der von Bt-Pflanzen (mit einem Gen des Bakteriums Bacillus thuringiensis verändert) selbst produzierten Insektengifte auf menschliche Zellen wird immer wieder diskutiert. 2012 wurde von Wissenschaftlern der Universität Caen in Frankreich eine Studie veröffentlicht, die auf eine Schädigung von menschlichen Zellen durch Bt-Toxine hinweist.

Zudem haben sich die Versprechen der Agrar-Konzerne nicht bewahrheitet: Es gibt immer noch Hunger und Mangelernährung auf der Erde. Auch werden mehr Pestizide auf den Äckern eingesetzt. Die Artenvielfalt nimmt durch Agro-Gentechnik ab.

Informationsdienst Gentechnik


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