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Das Blog zur Zeitschrift »Biene Mensch Natur«

»Biene Mensch Natur« Blog

Bei der jährlichen Tagung zu »Bienen machen Schule« geht es praktisch zu. Neben dem Ideenaustausch können praktische Erfahrungen am Bienenvolk gemacht werden - auch von Kindern.

Bienenspiele

Unsere diesjährige Tagung „Bienen machen Schule“ fand unter dem Motto „Abenteuer Biene – Lernen mit Begeisterung“ in Tübingen statt. Im Mittelpunkt standen praktische Anregungen für die Unterrichtsgestaltung und Ideen, wie man den Bien als Teil des größeren Zusammenhangs Biene, Mensch und Natur, Kindern und Jugendlichen anschaulich vermitteln kann. Spiele und praktische Experimente eignen sich sehr gut, Inhalte kurzweilig und mit Spaß zu lernen. Zwei Beispiele möchte ich Ihnen vorstellen.

Ratespiel „Wer bin ich?“

Die Mitspieler verkörpern mit der Honigbiene verwandte Tierarten (z. B. Wespe, Solitärbiene), Nutzbeziehungen (z. B. Kirschblüte, Imker), Feinde (z. B. Varroamilbe, Maus), Lebensräume (z. B. hohler Baum, Teich) oder abiotische Faktoren (z. B. Klima, Sonne). Durch geschicktes Fragen versuchen die Spieler herauszufinden, wen oder was sie darstellen.

Vorbereitung
Der Spielleiter bereitet Zettel vor auf denen die oben genannten Begrifflichkeiten abgebildet sind (statt Abbildungen können auch die Begriffe aufgeschrieben werden). Jeder Spieler heftet nun einem der Mitspieler eine Abbildung mit einer Wäscheklammer auf den Rücken, ohne dass dieser die Information erfährt. Das Spiel beginnt, wenn alle eine Abbildung haben.

Verlauf
Ein Spieler beginnt nun, den anderen Fragen über sich im Ausschlussverfahren zu stellen, die diese mit Ja oder Nein beantworten können, z. B. „Bin ich ein Tier?“, „Bin ich eine Wildbiene?“ oder „Bin ich eine Pflanze?“ und „werde ich von Honigbienen bestäubt?“. Ziel ist es, möglichst schnell die eigene Identität durch geschicktes Fragen zu erraten. Antwortet der Gegenüber mit Nein, muss der Spieler zu einer anderen Personen gehen, um weiter zu fragen. Das Spielende ist dann erreicht, wenn alle erraten haben, wer sie sind.


Seifenblasenexperiment

Michel Grevis führte ein beeindruckendes Experiment mit den Teilnehmern durch. Es ging darum, die Eigenschaften der sechseckigen Zellen selbst zu entdecken.

Die Eigenschaften des Bienenwachses kommen den Bienen entgegen. Beim Bau der Waben erhitzen die Baubienen das Wachs auf eine Temperatur von ca. 38 °C. In diesem Stadium sind die frisch gebauten Zellen zunächst eher rund. Für die perfekten Sechsecke sorgt beim Abkühlen die Physik, indem sie mechanische Spannungen ausgleicht. An der Fließgrenze zwischen zwei Zellen bildet sich eine ebene sechseckige Schnittfläche. Die sechseckige Zelle bedeutet optimale Nutzung des Raums, da diese Figur bei gegebenem Flächeninhalt den geringsten Umfang und darüber hinaus auch den geringsten Wachsverbrauch hat. Den Vorgang kann man sehr schön beim Zusammentreffen zweier gleich großer Seifenblasen untersuchen. Für das Experiment braucht man Seifenwasser, eine Schale (etwa Petrischale) und einen Trinkhalm. Man gießt Seifenwasser in die Petrischale und „bläst“ mit dem Trinkhalm Seifenblasen so, dass eine Seifenblase in der Mitte der Schale ist, umgeben von 6 anderen Seifenblasen. Die Blase in der Mitte wird dadurch sechseckig. Kinder können mit diesem Experiment sehr anschaulich selbst ausprobieren, wie es dazu kommt, dass die Zellen auf den Waben stets die Form eines regelmäßigen Sechsecks annehmen.

Rebecca Schmitz

Dieser Artikel stammt aus:

Biene Mensch Natur
Nr. 29 • Winter 2015/2016

Cover 0 Download (pdf, 2,5 MB)

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