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Das Blog zur Zeitschrift »Biene Mensch Natur«

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Eine artenreiche Blumenwiese unterscheidet sich deutlich von einer eingesäten 1-jährigen Blühfläche. Erstere ist ausdauernd und muss gemäht werden, letztere muss alljährlich erneut eingesät werden und verträgt keinen Schnitt. Foto: Holger Loritz

„Blumenwiese, Saum oder eingesäte Blühfläche – was ist was?“

Möchten sich Menschen für die Belange von Blütenbesuchern einsetzen, entsteht häufig der Wunsch eine „Blumenwiese“ anzulegen. Oder doch lieber eine eingesäte Blühfläche? Da es häufig zu begrifflichen Unklarheiten in diesem Bereich kommt, werden im hier einige Begriffe genauer beschrieben.

Als Wiese oder Blumenwiese wird eine Mischung aus Gräsern und Kräutern gebietsheimischer Wildarten bezeichnet, die am jeweiligen Standort eine dauerhafte, sich selbst erhaltende, charakteristische Pflanzengesellschaft bilden. Viele Tiere, vor allem Insekten, finden in artenreichen Wiesen Nahrung und Lebensraum. Im Gegensatz zum Rasen oder intensiv genutztem Grünland haben die Gräser und Kräuter auf einer Blumenwiese Zeit, ihre Entwicklung bis zur Samenreife abzuschließen. Die Entstehung von artenreichen Blumenwiesen ist in der Regel ein sehr langer Prozess, der maßgeblich durch die Nutzung und Pflege der Fläche geprägt ist. Die Mahd ist unabdingbar, jedoch beeinflussen vor allem die Häufigkeit und der Zeitpunkt der Mahd sowie die dazu verwendete Technik die Gesamtartenzahl und die Zusammensetzung von Wiesen. Bei ein- bis dreimaliger Mahd (je nach Standort) und sonnigen sowie mageren Standorten entwickeln sich die artenreichsten Wiesen. Das Abräumen des Mähgutes und ein geringes Maß an Dünger spielen eine entscheidende Rolle für den Erhalt blütenreicher Blumenwiesen.

Im Gegensatz zu Wiesen enthalten Saatgutmischungen für eingesäte Blühflächen keine Gräser. Man unterscheidet zwischen einjährigen und mehrjährigen Blühflächen. Mehrjährige Bestände haben einen höheren ökologischen Nutzen, da Tiere auch Nahrung und Lebensraum im Winter vorfinden. Nahrungsspezialisten unter den Tieren brauchen (gebiets-) heimische Pflanzenarten in den Saatmischungen.

Einjährige Blühflächen müssen jedes Jahr wieder neu angelegt werden – man kann sie auch als „eingesäte Blumenbeete“ bezeichnen. Als Saatgut werden zumeist Mischungen eingesetzt welche aus landwirtschaftlichen Kulturpflanzen bestehen. Andere einjährige Mischungen enthalten fremdländische Zierblumen oder heimische einjährige Wildkräuter.

Saatgutmischungen für mehrjährige Blühflächen bestehen zumeist aus 30 bis 60 Pflanzenarten mit (gebiets-) heimischen Wildblumen und Kulturpflanzen. Diese Mischungen sind für Standzeiten von zwei bis fünf Jahre auf Brachflächen konzipiert. Das Erscheinungsbild dieser Mischungen, die einjährige sowie ausdauernde Arten enthalten, ändert sich von Jahr zu Jahr.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung von Einsaaten – ob Blühfläche oder Blumenwiese – ist die gute Vorbereitung eines feinkrümeligen Saatbettes.

Anne Kathrin Spatz, Barbara Heydenreich

Dieser Artikel stammt aus:

Biene Mensch Natur
Nr. 26 • Frühjahr/Sommer 2014

Cover 0 Download (pdf, 1,6 MB)

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