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Neonics-Verbot: Der Druck steigt

Mitte April veröffentlichte das EU-Wissenschaftsnetzwerk EASAC (European Academies Science Advisory Council) die Studie „Ecosystem servides, agriculture and neonicotinoids“. EASAC berät Entscheidungsträger in der EU. In der Studie stellen die Wissenschaftler einen Unterschied zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der eigentlichen Problematik fest: Während in der Politik und Öffentlichkeit vor allem die negativen Auswirkungen der Neonikotinoide auf die Honigbienen diskutiert werden, sieht die Studie eine klare wissenschaftliche Evidenz dafür, dass Neonicotinoide durch ihre systemische Wirkung auch zahlreiche weitere Insekten und Bodenorganismen schädigen.

Mitte April veröffentlichte das EU-Wissenschaftsnetzwerk EASAC (European Academies Science Advisory Council) die Studie „Ecosystem servides, agriculture and neonicotinoids“. EASAC berät Entscheidungsträger in der EU. In der Studie stellen die Wissenschaftler einen Unterschied zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der eigentlichen Problematik fest: Während in der Politik und Öffentlichkeit vor allem die negativen Auswirkungen der Neonikotinoide auf die Honigbienen diskutiert werden, sieht die Studie eine klare wissenschaftliche Evidenz dafür, dass Neonicotinoide durch ihre systemische Wirkung auch zahlreiche weitere Insekten und Bodenorganismen schädigen.

Sogar die Gesundheit von Vögeln sei indirekt betroffen, die sich von den Insekten ernähren. Deshalb sei es verkürzt, im Zusammenhang mit den Neonicotinoiden nur über die Honigbienen und die Bestäubungsleistung zu sprechen, da andere, ebenfalls sehr wichtige Bestäuber wie Hummeln, Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge möglicherweise noch stärker betroffen sind.

Die politische Debatte muss viel breiter geführt werden, und sollte auch die weiteren Ökosystemdienste wie die natürliche Schädlingsbekämpfung, die Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität einschließen, fordern die Wissenschaftler.

Neonicotinoide werden in der Landwirtschaft meist als Beizmittel eingesetzt, so dass vom Keimen an die ganze Pflanze mit dem Nervengift durchtränkt ist, auch der Nektar und Pollen. Ihre Giftigkeit ist 7000 mal höher als die von DDT (ein Pestizid, das in den 1970er Jahren weltweit geächtet wurde, als seine krebserregende und umweltschädigende Wirkung bekannt wurde).

So traurig das für die einzelnen Tiere ist, letztendlich ist die EASAC-Studie eine gute Nachricht für alle Imker, Insektenliebhaber, Naturfreunde und natürlich für alle Blütenbestäuber und die Umwelt. Denn Ende des Jahres wird die EU-Kommission entscheiden, ob das 2013 erlassene Verbot der drei Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam aufgehoben wird. Die EASAC-Studie wird bei der Überprüfung des Verbots berücksichtigt. Damit bleibt zu hoffen, dass das Verbot bestehen bleibt.

Aber nicht nur die EU-Kommission entscheidet über das Neonics-Verbot, sondern auch der Europäische Gerichtshof. Hier haben nämlich die Hersteller-Konzerne der Nervengifte, BASF, Bayer und Syngenta, Klage gegen die EU-Kommission eingereicht. Sie werfen ihr unter anderem einen Mangel an Beweisen für eine schädliche Wirkung der Neonicotinoide auf Honigbienen vor.

Das von Mellifera e. V. initiierte „Bündnis zum Schutz der Bienen“ hat sich als Prozessbeteiligter bei den Verfahren eingeschaltet um eine außergerichtliche Einigung hinter verschlossenen Türen zu verhindern und um die EU-Kommission zu unterstützen.

Bündnis zum Schutz der Bienen

Gemeinsam mit unseren Anwälten und zahlreichen Wissenschaftlern und Experten prüfen wir die Prozessunterlagen und verfassen eigene Stellungnahmen, in denen wir auf aktuelle Forschungsergebnisse verweisen, welche die Gefährlichkeit der Neonicotinoide bestätigen. Neben der EASAC-Studie fanden andere Forscher kürzlich heraus, dass Bienen wie Staubsauger fungieren. Während des Fluges laden sie sich elektrostatisch auf. So ziehen sie nicht nur Pollen an, sondern auch Pestizidstäube, welche beim Säen verweht werden. Manche Staubpartikel in der Luft enthalten bis zu 30µg/m³ der giftigen Wirkstoffe, dies reicht aus um eine Biene während des Fluges zu töten. Außerdem fanden Wissenschaftler heraus, dass die Halbwertszeiten von Neonicotinoiden bei 1.000 Tagen liegt, also ein Vielfaches höher, als was die Konzerne bei der Zulassung der Wirkstoffe angegeben haben.

Für das Syngenta-Verfahren haben wir unsere Stellungnahmen im Januar abgegeben, für die anderen beiden Verfahren haben wir noch bis Ende Mai Zeit.

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Logo Bienen schützen Weitere Infos über unsere Initiative, Bienen, Honig und Umwelt vor Gentechnik und Pestiziden zu schützen:

www.mellifera.de/bienen-schuetzen
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Über den Autor
Autor Sarah Bude

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