Der Verein Mellifera e. V.

Entstehung: Wie wir wurden, was wir sind

Mellifera e. V. wurde 1986 als Vereinigung für wesensgemäße Bienenhaltung gegründet. Anlass war die Ausbreitung der aus Asien eingeschleppten Varroamilbe, die zu massiven Völkerverlusten führte. In den Jahrzehnten zuvor hatte sich die Imkerei technisch perfektioniert, um die Erträge zu steigern, und hatte alles Machbare umgesetzt.

Der Vereinsname »Mellifera« ist ein Teil des zoologischen Namens für die Honigbiene »Apis Mellifera«. Er bedeutet übersetzt »die Honigtragende«.

Es war offenkundig, dass sich durch das veränderte Imkern seit dem Aufkommen der Varroamilbe und deren jährlich zu wiederholenden Behandlungen grundlegende Fragen aufdrängten. Für die Gründer von Mellifera e. V. war klar, dass die herkömmlichen Formen der Imkerei überdacht werden mussten. Ihnen ging es nicht nur um die Entwicklung einer ökologischen Behandlungsmethode gegen die Milbe, sondern es sollten auch imkerliche Betriebsweisen und Konzepte entworfen werden, um langfristig die Gesundheit der Bienen zu stärken.
Seit seiner Gründung setzt sich Mellifera e. V. für eine wesensgemäße Bienenhaltung ein, welche sich an den natürlichen Bedürfnissen des Bienenvolks orientiert ein.


Unsere Vision/Mission

Eine Welt mit Biene, Mensch und Natur im Einklang.

Mellifera e. V. setzt sich für einen achtsamen Umgang mit den Bienen ein, sowohl in der imkerlichen Praxis als auch in der Pflege ihrer Lebensräume.


Unsere Initiativen

Es reicht heute jedoch nicht mehr aus, wenn Imker sich nur auf ihre Bienen konzentrieren. Zu vielfältig sind die Probleme, von denen die Imkerei mittelbar oder unmittelbar betroffen ist.
Aus diesem Grund gingen und gehen von Mellifera e. V. zahlreiche Projekte und Initiativen aus:

  • In der vereinseigenen Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle werde neue nachhaltige Betriebsweisen für die Imkerei entwickelt und erprobt.
    In zahlreichen Veranstaltungen wird dieses Wissen an Interessierte weitergegeben.
  • Das Netzwerk Blühende Landschaft hat sich zum Ziel gesetzt, ein besseres Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln & Co. zu schaffen.
  • Bienen machen Schule vermittelt durch die Arbeit mit den Bienen schon Kindern und Jugendlichen ein tiefes Verständnis für ökologische Zusammenhänge.
  • Das Bündnis zum Schutz der Bienen engagiert sich für eine Landwirtschaft frei von Gentechnik und bienenschädlichen Pestiziden.
  • Und dank der Bienenkiste können Interessierte auch mit wenig Vorkenntnissen – sogar in der Stadt – selbst imkern und in die Geheimnisse des Bienenvolks eintauchen.
  • In den Mellifera-Regionalgruppen können sich Bienenfreunde vor Ort vernetzen, austauschen und sich für Biene, Mensch und Natur engagieren.

Unsere Projekte

Hier finden Sie eine Übersicht unserer aktuellen Projekte:

Forschungsprojekt zur Waldbienenhaltung (Zeidlerei)

Was bedeutet die ursprüngliche Waldbienenhaltung (Zeidlerei) für die Vitalität und Gesundheit der Völker? Für dieses Projekt wurden 2016 mit Zustimmung der Förster Bienenvölker in fünf lebenden Bäumen eingesiedelt. Diese werden mit Bienenvölkern in herkömmlichen Magazinbeuten verglichen, die ebenfalls in Einzelaufstellung im Wald stehen.

Biotechnische Varroabekämpfung

Es werden verschiedene Methoden getestet, die die Varroamilben ohne Gift bekämpfen, u.a. mit dem Mullerbrett, mit dem Milben in eine Falle gelockt werden. Wir prüfen mit zehn Versuchsvölkern den Wirkungsgrad dieser Methode. (Zur Info: Es ist geplant, auch weitere biotechnische Verfahren zu testen wie das sogegannte Bannwabenverfahren.)

Bekämpfung der Varroamilbe mit Wärme

Mellifera e. V. hat vor einigen Jahren eine Technik für die Wärmebehandlung in der brutfreien Zeit im Winter entwickelt, die einen Wirkungsgrad von 80% innerhalb von nur 12 Minuten erreicht. In der Imkerei Fischermühle ist nun eine neue Behandlungstechnik für Völker mit Brut gefunden worden. Wir führen hierzu Versuche durch, um die Wirksamkeit der Wärmebehandlung auf die Varroamilben sowie die Verträglichkeit für Bienen und Brut zu testen.

Entwicklung zukunftsfähiger Betriebsweisen für die Demeter-Imkerei

In diesem Projekt werden folgende Fragen verfolgt: Wie kann eine wesensgemäße Bienenhaltung in der weltweit gängigsten Bienenwohnung, der Dadant-Beute gelingen? Wie kann es den Bienen ermöglicht werden, auf ihrem eigenen Honig zu überwintern? Wie können biotechnische Verfahren zur Varroabekämpfung in den Betriebsablauf einer größeren Demeter-Imkerei integriert werden?

BienenBlütenReich

Im Projekt werden in ganz Deutschland Schaublühflächen angelegt, auf denen über die Sommermonate Führungen angeboten werden. Im nunmehr dritten Projektjahr sind mehr als 100 Hektar (1 Mio. qm) Blühflächen von über 150 Partnern angelegt worden. Durch die Aktion „Blühpate werden!“ können Firmen sowie Privatpersonen Patenschaften für die Blühflächen übernehmen. Das Projekt wurde 2017 von der UN Dekade für biologische Vielfalt ausgezeichnet.

BlüteBieneNützling

Durch gezielte Förderung von nützlichen Insekten soll eine biologische Schädlingsbekämpfung in der konventionellen Landwirtschaft ermöglicht werden. Das NBL legt zusammen mit landwirtschaftlichen Betrieben auf deren Ackerflächen (Getreide, Kartoffeln) speziell zusammengestellte, artenreiche Blühstreifen an. Diese dienen verschiedenen Nützlingen als Lebens- und Nahrungsräume. Damit soll der Einsatz von Insektiziden verringert und langfristig Kosten für den Pflanzenschutz eingespart werden.

Grünland-Aufwertung

Ziel des Projekts ist es, im Allgäuer Grünland exemplarisch aufzuzeigen, wie die Artenvielfalt in intensiv genutztem Grünland wiederhergestellt werden kann, ohne dass man als Landwirt völlig auf eine wirtschaftliche Nutzung des Aufwuchses verzichten muss. Konkret werden vier verschiedene Methoden der Grünlandaufwertung getestet und mit einander verglichen. Der Erfolg der Heuwiesen-Etablierung als Lebensraum für Blüten besuchende Insekten wird durch Vorkommen der mobilen Insektengruppe der Tagfalter bewertet.

Leindotter-Initiative

Ziel des Projekts ist die Förderung des Mischfruchtanbaus mit blühenden Feldfrüchten und damit die Aufwertung unserer intensiven Agrarlandschaft. Bei diesem traditionellen Anbauverfahren wird der Leindotter als blühende Zweitfrucht gleichzeitig mit der Hauptfrucht wie Hafer oder Roggen ausgesät. Im Winter 2016 startete das NBL das Projekt Leindotter-Initiative zusammen mit 10 Partnerinstitutionen. Im Projekt übernimmt das NBL die Öffentlichkeitsarbeit, sensibilisiert Landwirte für den Mischfruchtanbau und führt Führungen auf Feldern der Projektpartner durch.

Bienen-Erlebnistage

Unser Ziel ist es, unsere Lehr- und Versuchsimkerei durch eine Erlebnisimkerei für Kinder und Jugendliche als außerschulischer Lernort zu erweitern. Vor diesem Hintergrund bietet Mellifera e. V. im Rahmen der Initiative „Bienen machen Schule“ Bienen-Erlebnistage für Kinder und Jugendliche an. Dabei sollen die Teilnehmenden durch praktisches Tun und Erleben mehr über die Bedeutung der Bienen erfahren.


Erfahren Sie mehr über die bisherigen Errungenschaften, Tätigkeiten und Ereignisse von Mellifera e. V.:

Chronik Mellifera e. V.

Preise & Auszeichnungen


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»Der Bien zwischen Himmel und Erde«
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